
Es war einer dieser Tage, an denen niemand mehr aus dem Wasser wollte. Die Kinder nicht, weil es einfach zu schön war. Und ich ehrlich gesagt auch nicht, weil die Hitze nach einer Woche überall saß. Sie flimmerte auf dem Asphalt, drückte in der Wohnung und lag einfach überall in der Luft. Das Wasser war das einzig Vernünftige, was wir tun konnten, um uns abzukühlen. Irgendwann haben wir aufgehört, auf die Uhr zu schauen. Die Kinder planschten, wir Eltern saßen unter einer großen Weide im Schatten und zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, dass der Tag einfach so sein darf, wie er ist.
Der Juni hatte nicht viel Großes zu bieten. Es wartete weder eine große Reise noch ein aufregender Ausflug am Wochenende auf uns. Dafür hat uns der Juni ganz viele wundervolle Alltagsmomente mitgebracht. Welche das waren, könnte ihr hier im Monatsrückblick lesen. Und eins kann ich euch sagen: ich liebe jeden Einzelnen davon.
Das haben wir diesen Monat unternommen
Der Juni war der erste Monat dieses Jahres ohne große Reisen oder Ausflüge und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich diese kleine Pause genossen habe. Endlich Zeit, Fotos zu sortieren und über andere Themen als Reiseziele zu schreiben.
Natürlich haben wir trotzdem nicht den ganzen Monat in der Wohnung gehockt und Däumchen gedreht. Stattdessen hat sich vieles um den Geburtstag unseres Sohnes gedreht, der Anfang Juni 9 Jahre (9 Jahre!!!) geworden ist. Gefeiert haben wir zunächst im Mamma Mia hier in Dresden, wo hausgemachte Nudeln auf den Tisch kommen und die Kinder sogar selbst die Backschürze umbinden durften. Das Wochenende darauf ging es nach Görlitz in die alte Heimat, um den Geburtstag mit der Familie nachzufeiern.
Während die Kinder den freien Sonntag danach auf ihrem Lieblingsspielplatz im Görlitzer Stadtpark genossen, habe ich die Gelegenheit genutzt, durch die Stadt zu streifen und Fotos für den zweiten Teil meines Artikels über Sagen in Görlitz zu machen. Nach den gruseligen Sagen im Oktober letzten Jahres – pünktlich zu Halloween – drehte sich dieser Teil um die Geschichten, die sich stark an historischen Gegebenheiten orientieren.
Was Görlitz an Temperaturen und Sonne noch gefehlt hatte, wurde am letzten Juniwochenende zum Kindergeburtstag vielfach nachgeliefert. Wir haben kurzfristig von Spielen im Hof auf Kino umgeplant und das war die absolut beste Entscheidung des Monats. Die zweitbeste: den heißen Tag davor im Freibad zu verbringen. Die Kinder haben es sichtlich genossen, bei den Temperaturen einfach nicht mehr aus dem Wasser herauskommen zu müssen.





Diese Events haben wir (bewusst) verpasst
- Fußball-WM live im Fernsehen anzuschauen: Zum einen, weil wir sowieso nicht die größten Fans sind. Zum anderen, weil ich beim Anstoß um 22 Uhr schon fast im Traumland bin.
- Kraftklub-Konzert im Stadion: Die Tickets waren rasend schnell ausverkauft, sodass wir keine Chance hatten. So bleiben uns vorerst nur die Erinnerungen vom Konzert an der Rinne vor drei Jahren und die vielen Eindrücke, die danach auf Instagram aufgetaucht sind.
- Lange Nacht der Wissenschaft: Mein Sohn hat alles gegeben, uns doch noch zu überzeugen (im „Keller“ bei der großen Modelleisenbahn ist es doch nicht so warm!), aber wir haben das Event dieses Jahr schweren Herzens wegen der Temperaturen ausfallen lassen. Gleichzeitig hoffen wir, dass es nächstes Jahr wieder möglich ist.
Alltag zwischen Elbe, Schule und Zuhause
Die letzte Schulwoche in Sachsen ist angebrochen – am Freitag gibt es Zeugnisse und für unsere Tochter wird es das erste Jahreszeugnis sein. Die Projektwoche in der bisher wärmsten Woche des Jahres hat sich dabei gut eingefügt. Statt sich bei nachlassender Konzentration durch den Schulstoff zu arbeiten, konnten die Kinder Kräuter ausprobieren, Entspannungsübungen lernen und einen Ausflug zur Prießnitz machen.
Da unsere Kinder ja schon groß sind – ihre Worte, nicht meine – fordern sie sich regelmäßig neue Freiheiten ein. Die Initiative geht dabei meistens vom kleineren Kind aus. Im Juni war es anscheinend an der Zeit, die Bettgehzeit zu verhandeln… Vorzugsweise genau dann, wenn wir abends im Bett liegen und alle eigentlich schlafen sollten. Herausgekommen ist ein Experiment: Die Kinder dürfen selbst entscheiden, wann sie schlafen wollen – spätestens aber um 22 Uhr, wenn wir selbst ins Bett gehen. Läuft jetzt seit gut zwei Wochen, mal besser und mal schlechter. Aber langsam scheint die Erkenntnis einzusetzen, dass Müdigkeit normal und schlafen an sich nichts Schlechtes ist. 😉
Mein Dresden-Moment des Monats
Ich liebe Konzerte und ganz besonders Open-Air-Konzerte. Dresden hat gleich mehrere tolle Locations dafür. Im Juni waren wir als komplette Familie beim „Deine Freunde“-Konzert in der Jungen Garde. Die Freilichtbühne im Großen Garten fasst bis zu 5.000 Besucherinnen und Besucher und ist mit dem Fahrrad nur ein Katzensprung von unserer Wohnung entfernt.
Das Wetter war heiß, aber zumindest trocken – meine Wünsche aus dem letzten Monatsrückblick sind also in Erfüllung gegangen.

Fazit & ein Blick nach vorn
Der Juni war ruhig und das war auch gut so. Kein großes Reiseziel, kein vollgepacktes Wochenende. Dafür ein Geburtstag, ein Freibadtag, ein Konzert im Großen Garten und das Gefühl, mal wieder etwas mehr Luft zu haben. Vor allem fürs Schreiben und fürs Gedanken schweifen lassen. Ich nehme das gerne mit in den Juli, auch wenn der vor allem von Reisevorbereitungen und dem freudigen Zukunftsblick nach Island geprägt sein wird.
Und was sagen die Blogziele?
Im Juni stand neben dem Geburtstag unseres Sohnes noch ein weiterer an, den ich fast vergessen hätte! Am 23. Juni vor genau einem Jahr ging mein eigener Reiseblog online – damals noch bei Blogger von Google, bevor ich Anfang des Jahres zu WordPress gewechselt bin. Da bleibt mir nichts weiter zu sagen als: Happy Birthday Abenteuerzeit! Mögest du mir noch viele weitere wundervolle Jahre voller Schreibfreude und sprudelnden Ideen bescheren.
Ansonsten habe ich im Juni an keinem großen Blogziel gearbeitet. Nebenbei versuche ich weiterhin das Layout von so vielen Artikeln wie möglich zu überarbeiten, damit es hier möglichst einen einheitlichen Look gibt. Da kommt gern mal mein innerer Monk durch. 😉 Unabhängig davon, ist das eine schöne Gelegenheit die Beiträge mit einem frischen Blick ein wenig aufzupolieren.
Da wir weder gereist sind noch größere Ausflüge gemacht haben, konnte ich endlich ein paar meiner Ideen umsetzen, die schon lange auf meiner Liste standen: meine Erfahrungen von der Soloreise nach Amsterdam, meine Gedanken zu Urlaubserwartungen und ein Artikel darüber, wie mein persönliches Planungssystem für Familienreisen aussieht. Insgesamt haben so 8 Beiträge im Juni den Weg auf meinen Blog gefunden.
Und dabei zeigt sich jedes Mal dasselbe Phänomen: Je mehr ich schreibe, desto länger wird die Ideenliste. Beim Schreiben eines Artikels fallen mir mindestens eine Handvoll weiterer Themen ein, die einen eigenen Beitrag verdienen. Das fühlt sich gleichzeitig ein bisschen belastend an – die Liste wird nie leer – und gleichzeitig unglaublich motivierend. So viele Ideen!
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