
Vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal auf Veröffentlichen geklickt. Denn vor genau einem Jahr ging mein eigener Familienreiseblog online – damals noch unter dem Namen Abenteuerzeit mit Kindern. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl davor: Selbstzweifel, Unsicherheit, die Frage, ob das überhaupt irgendjemanden interessiert. Heute ist genau dieser Klick jedes Mal aufs Neue ein absoluter Grund zur Freude.
Eigentlich wollte ich einfach nur einen Blog schreiben. Tatsächlich war es sogar eine relativ kurzfristige und spontane Idee ohne großen Plan oder Strategie. Und ich hatte definitiv nicht damit gerechnet, dass ich ein Jahr später sagen würde, dass das Schreiben ein elementarer Teil von mir geworden ist. Etwas, dass sich inzwischen viel größer anfühlt als einfach nur ein Hobby, das ich betreibe, wenn Zeit und Lust zusammenpassen. Etwas, das inzwischen wie selbstverständlich zu mir und meinem Alltag dazugehört.
Aus einem Hobby wurde ein Teil von mir
Am Anfang habe ich geschrieben, wenn ich Lust hatte. Vor allem aber, um die Urlaubserinnerungen festzuhalten. Später wenn ein Ausflug besonders schön war, oder wenn mich etwas beschäftigt hat. Heute kann ich mir eine Woche ohne Schreiben kaum noch vorstellen. Gleichzeitig wächst mit jedem veröffentlichten Artikel die Liste an Themen in meinem Kopf, über die ich noch schreiben möchte. Egal wie viele Blogbeiträge ich auch veröffentliche, es klopfen direkt danach wieder mindestens 5 Ideen an, die um meine Aufmerksamkeit zur Umsetzung buhlen.
Eine Sache hat sich dabei aber nicht verändert: Ich folge immer noch meinem Bauchgefühl. Wenn es kribbelt, ist es richtig. Wenn ich nach einem Ausflug eigentlich einen Artikel schreiben will, aber die Richtung des Textes noch nicht fühle, fange ich noch nicht an. Dann warte ich, bis ich weiß, wo der Artikel hinwill. Manchmal bedeutet das aber auch, dass mein ganzer Redaktionsplan plötzlich über den Haufen geworfen wird, weil von irgendwoher Inspiration kommt und die Worte nur so herauswollen.
So war es zum Beispiel beim Artikel über den letzten Urlaubstag. Angestoßen wurden meine Gedanken aus der Diskussion rund m ein Reel, das ich bei Instagram geteilt hatte. Geplant war das nicht. Aber genau solche Artikel erinnern mich immer wieder daran, wie glücklich mich das Schreiben macht.

Aus Angst vor Lesern wurde Freude am Veröffentlichen
Das ist wahrscheinlich die größte Veränderung und die, die ich vor einem Jahr am wenigsten erwartet hätte.
Vor meinem allerersten Artikel hatte ich so viele Selbstzweifel. Was, wenn das niemanden interessiert? Was, wenn jemand findet, dass ich gar nicht schreiben kann? Heute teile ich meine Artikel zu konkreten Reisezielen ganz selbstbewusst in meinem WhatsApp-Status, direkt an Freunde und Familie.
Und seit Mai verschicke ich tatsächlich einen Newsletter direkt ins Postfach von anderen Menschen. Das verschiebt den Fokus von „die Leute klicken vielleicht auf meinen Link“ zu „ich klopfe direkt an ihre Tür und sage: hier bin ich.“ Inzwischen sind sechs Newsletter verschickt, und auch hier schleicht sich ganz nebenbei eine gewisse Routine ein.
Was sich dabei nie verändert hat: der Wunsch, ehrlich zu schreiben. Auch wenn der Blog ursprünglich aus einer Tagebuch-Idee entstanden ist und sich seitdem deutlich weiterentwickelt hat, geht es in jedem Artikel im Kern immer noch darum. Was war nicht so schön? Wo hatten wir Herausforderungen? Beides gehört zum Reisen dazu und beides gehört in den Blog.
Aus diesem Wunsch nach Ehrlichkeit ist mit der Zeit auch eine klarere Haltung geworden. Abenteuerzeit Familienreise ist inzwischen kein „noch ein Familienreiseblog“ mehr. Es ist ein Blog für Familien, die leiser und langsamer unterwegs sein wollen. Für alle, die ihre Energie einteilen müssen und am Ende trotzdem etwas erleben wollen.
Was ich nicht eingeplant hatte
Ich wollte eigentlich nur einen Blog schreiben, um möglichst viele Erinnerungen an unsere Urlaube festzuhalten. Aber irgendwie hat das Bloggen ohne vorher große Fragen zu stellen beschlossen, dass es auch in andere Ecken meines Lebens einziehen möchte. Ich bereue es nicht eine Sekunde.
Plötzlich viel mehr Fotos
Weil ich vorher selten genau weiß, welche Richtung ein Artikel nehmen wird, mache ich inzwischen viel mehr Fotos als früher. Teilweise sogar rein dokumentarisch, nur um mich später an Details erinnern zu können. Der Nebeneffekt: Es gibt inzwischen sehr viel mehr Fotos von den Kindern. Als ich letztes Jahr zu Weihnachten meinen alljährlichen Fotokalender als Geschenk erstellt habe, hatte ich zum ersten Mal kein Problem damit, genug Motive zu finden. Und weil es so viel mehr Fotos sind, sortiere ich sie inzwischen auch konsequenter. Nach den Ausflügen landen sie direkt im passenden Ordner und spätestens am Monatsende hole ich mir die wichtigsten Fotos vom Smartphone auf den Laptop.
Selbst ist die Bloggerin
Der Blog ist meine Spielwiese. Hier redet mir niemand rein. Ich kann schreiben, was ich will, ich gestalte die Artikel, wie ich will und ich entscheide, welche Themen mir wichtig sind. Dass mir diese kreative Eigenverantwortung so viel bedeuten würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Aber als Ausgleich zu einem Alltag, in dem vieles von anderen vorgegeben wird, ist sie inzwischen absolut unverzichtbar.
Das bedeutet allerdings auch: Wenn etwas nicht funktioniert, muss ich selbst herausfinden, warum. Also habe ich mir das meiste selbst erarbeitet. WordPress eingerichtet, die Website aufgesetzt und das Newsletter-Programm zum Laufen gebracht – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wenn etwas nicht klappt, probiere ich inzwischen einfach etwas Neues aus. Genau das war auch der Grund für den Wechsel von Blogger zu WordPress Ende letzten Jahres.
Ein Freebie entwickelt
Neben dem Schreiben kam irgendwann die Idee, auch etwas zum Mitnehmen anzubieten. Heraus kam der Familien-Reisekompass – ein kostenloses Workbook, das Familien dabei hilft, vor der Reise die eigenen Bedürfnisse zu sortieren. Auch das war neu für mich: ein Konzept entwickeln, es gestalten und eine Landingpage aufbauen. Denn am Ende steckt so viel mehr dahinter, als das fertige Dokument vermuten lässt.

Und dann war da noch ein Buch
Irgendwann hat die Freude am Schreiben angefangen, sich in viele andere Richtungen auszudehnen. Die Geschichten, die mir schon immer im Kopf herumgeschwirrt sind, bekamen plötzlich wieder mehr Raum. Ende 2025 schrieb ich mein erstes Buch fertig und gab es meinen Kindern zum Lesen. Die liebten es. Leider konnte sich diese Liebe bisher noch nicht auf den Buchmarkt übertragen, aber das ist eine andere Baustelle.
Eine ganz neue Welt: Social Media
Vorher hatte ich gar kein Social Media. Heute bespiele ich Facebook, Instagram und Pinterest, wobei sich Instagram zu meiner Hauptplattform entwickelt hat. Ich mag es, Posts und Pins mit Canva zu gestalten. Auch im Umgang mit KI habe ich viel gelernt, sowohl beim Prompten als auch beim Generieren von Bildern. Vieles davon war echtes Ausprobieren, manches hat funktioniert, manches nicht. Dadurch erkenne ich inzwischen ziemlich schnell, wenn ein Text oder ein Bild einfach nur generisch ist und aus der großen Einheitsbrei-Maschine stammt. Vieles von diesem Wissen kann ich auch an meine Kinder weitergeben, die in einer Welt aufwachsen, in der es zu einer grundlegenden Fähigkeit gehören wird, mit künstlicher Intelligenz umzugehen.
Ein paar Menschen dazugekommen
Ich bin nicht der Typ, der aktiv viele Kontakte knüpft, zumindest keine tiefergehenden. Smalltalk kostet mich Energie, oberflächliche Bekanntschaften bleiben für mich meistens genau das. Aber durch den Blog und Instagram habe ich eine Handvoll Menschen gefunden, mit denen sich ein echter Austausch entwickelt hat. Menschen, die ähnlich reisen, ähnlich denken und die verstehen, warum man nach einem vollgepackten Urlaubstag nicht unbedingt noch in die nächste Bar möchte. Mit einigen davon schreibe ich regelmäßig. Und über sie habe ich Blogs entdeckt, die inzwischen meine erste Anlaufstelle sind, wenn ich Inspirationen aller Art suche. Auch das: nicht eingeplant.
Was noch nicht fertig ist
Es gibt Dinge beim Bloggen, die ich immer noch nicht im Griff habe und wahrscheinlich auch nie vollständig haben werde.
Zum einen bin ich ungeduldig. Die Zahlen wachsen, klar, aber gefühlt nie schnell genug. Das Lustige daran ist, dass ich noch nicht einmal einen klaren Plan habe, warum sie überhaupt wachsen sollen. Vielleicht habe ich Lust auf Kooperationen. Vielleicht ist es auch einfach dieser Reflex, Dinge messen zu wollen, die sich eigentlich nicht so gut messen lassen.
Ähnlich verhält es sich mit Instagram. Ich kann noch so viel Zeit in einen Post stecken – ob er ausgespielt wird oder nicht, liegt am Ende nicht zu 100% bei mir. Manchmal passiert genau das Gegenteil von dem, was ich erwartet hätte. Ein schnell gepostetes Bild bekommt viele Kommentare, ein sorgfältig gestalteter Post verschwindet im Nichts. Dazu kommt, dass ich für die leisen Themen dort noch nicht das richtige Publikum gefunden habe. Das frustriert mich manchmal, auch wenn ich weiß, dass es nicht an den Themen liegt, sondern an der Plattform.
Beides beschäftigt mich noch. Aber ich merke, dass ich langsam lerne, Dinge loszulassen, die ich ohnehin nicht kontrollieren kann. Stattdessen versuche ich mich auf das zu konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist: das Schreiben selbst.

Aus „noch ein Familienreiseblog“ wurde meine eigene Haltung
Und die lautet: leise reisen, ehrlich bleiben, Energie einteilen und trotzdem alles erleben, was möglich ist.
Manchmal, wenn die Kinder draußen im Hof spielen und mich gerade nicht brauchen, setze ich mich hin und schreibe. Eine Stunde, manchmal weniger. Ich habe nicht damit gerechnet, dass mir diese Stunden so viel bedeuten würden.
Vor einem Jahr habe ich diesen Familienreiseblog gestartet. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass der Blog mich genauso sehr verändert hat, wie ich ihn gestalte. Was genau das bedeutet, kann ich noch nicht vollständig in Worte fassen. Aber ich merke es daran, wie ich reise, wie ich fotografiere, wie ich Dinge wahrnehme und festhalte. Und daran, dass ich beim nächsten Ausflug schon wieder anfange, im Kopf Sätze zu formulieren.
Happy Birthday Abenteuerzeit zum einjährigen Bestehen, oder besser gesagt: Zur ersten Zwischenstation auf der weiteren Blogreise.
Wenn dir gefällt, was du hier liest, trage dich gern für meinen Newsletter ein. Dann landen neben den Reisegeschichten auch noch viele andere Inspirationen direkt in deinem Postfach.
Oder du kommst mit auf Social Media und begleitest uns bei allen kleinen und großen Abenteuer zwischen den Artikeln.

Hach ja, wenn man einmal mit dem Bloggen anfängt, hört man nicht so schnell wieder auf! Ich mach das ja mittlerweile schon seit über 12 Jahren und ich kann nur sagen, für mich ist es Teil des Alltags geworden! Es vergeht praktisch kein Tag, an dem ich nichts „für den Blog“ mache! Und selbst heute mit frisch operiertem Zeh, war ich gerade schon wieder auf Instagram, um meinen neuesten Blogbeitrag ein bisschen zu bewerben!
Es ist aber auch ein schönes Hobby, oder? Ich überlege manchmal, was ich stattdessen den ganzen Tag machen würde! Vielleicht hätte ich mal mehr Zeit zum Lesen! Aber letztendlich ist es wirklich schön, eine Plattform zu haben, auf der man veröffentlichen kann, was man will! Ohne, dass jemand reinredet … wie du schon selbst sagst!
Ich wünsche dir übrigens viel Erfolg mit möglichen Kooperationen! Die kommen bestimmt irgendwann!
Liebe Grüße
Jana
12 Jahre… Wahnsinn. Da haben sich ja schon so einige Erinnerungen angesammelt.
Und, na klar – ein super schönes Hobby 😀
Liebe Grüße, Lisa
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