Zum Inhalt springen

Schrammsteine mit Kindern – Wo die Sächsische Schweiz zum Abenteuerspielplatz wird

Schrammsteine mit Kindern - Abenteuerspielplatz sächsische Schweiz - Ausblick ins Elbsandsteingebirge

Wenn ich gefragt werde, wohin man in der Sächsischen Schweiz unbedingt wandern sollte, nenne ich meistens die Bastei. Klar, die ist berühmt, gut erreichbar und die Aussicht ist wirklich beeindruckend. Aber das hat sich vor kurzem geändert. Die Wanderung zu den Schrammsteinen mit unseren Kindern hat sich nämlich direkt in mein Herz geschlichen.

Denn hier wartet kein asphaltierter Spazierweg, sondern echtes Wandern, so wie wir es lieben. Enge Felsspalten wechseln sich mit Leitern, schwindelerregende Gratpassagen und Aussichtspunkten ab, die hinter jedem Felsen einen neuen Blick in die Landschaft ermöglichen. Und das Beste? Die Kinder lieben es genauso wie ich.

Wir haben uns an einem Himmelfahrtswochenende auf den Weg gemacht, was rückblickend nicht ganz so clever war, aber dazu gleich mehr. Zunächst soll es hier um die Tour selbst gehen, die von Bad Schandau bis nach Schmilka führt und alles bietet, was ein Familienausflug in der Sächsischen Schweiz braucht.


Anreise – Warum sich die S-Bahn hier lohnt

Für diese Tour empfehle ich euch wirklich die S-Bahn. Die S1 fährt in rund 30 Minuten entspannt von Dresden direkt ins Elbsandsteingebirge und weil unsere Route kein Rundweg ist, sondern von Bad Schandau nach Schmilka führt, spart ihr euch damit auch die lästige Parkplatzfrage. Wer dennoch mit dem Auto anreisen möchte, findet auf der Falkensteinstraße mehrere Parkmöglichkeiten. Unter anderem den kostenpflichtigen Parkplatz Falkensteinblick Ostrau für 5€ pro Tag.

Aber ehrlich gesagt gehört die Fahrt mit der S-Bahn hier für mich einfach dazu. Denn dann habt ihr auf dem Weg direkt noch die Fährfahrt über die Elbe dabei und die ist bei unseren Kindern jedes Mal ein kleines Highlight für sich.

Schrammsteine mit Kindern - Abenteuerspielplatz sächsische Schweiz - Blick auf Schmilka
Blick von der Fähre zurück nach Schmilka

Die Wanderung über die Schrammsteine auf einen Blick

  • Startpunkt: Bad Schandau
  • Strecke: über den Panoramaaufzug und den Lattengrundweg zur Schrammsteinaussicht – von dort über den Gratweg und die Breite Kluft nach Schmilka
  • Gesamtlänge: ca. 11,5 Kilometer
  • Dauer: ca. 6 Stunden mit gaaaanz vielen Pausen
  • Schwierigkeit: mittel (Treppen, Stiegen und schmale Gratwege machen die Wanderung erst richtig spannend)
  • Highlights: fantastische Aussichtspunkte, spannende Felsen zum Klettern und Entdecken, abwechslungsreiche Wege, Fährfahrt
  • Kinderfreundlich? Absolut! Hier ist das Abenteuer für Familien vorprogrammiert.


Unser Weg zu den Schrammsteinen

Nach dem Aussteigen in Bad Schandau brachte uns die Fähre über die Elbe und schon wartete das erste kleine Highlight. Der Panoramaaufzug, offiziell „historischer Personenaufzug“ genannt, katapultierte uns in wenigen Sekunden knapp 50 Meter nach oben. Von der 28 Meter langen Brücke und einer etwas weiter gelegenen Aussichtsplattform genossen wir die ersten Blicke ins Elbtal und die Sächsische Schweiz.

Das Ticket kostet 2,20€ pro Person, Kinder zahlen ermäßigt, die Familienkarte gibt es für 4€. Wer auch mit dem Aufzug wieder nach unten möchte, findet günstigere Kombi-Optionen. Außerdem gibt es Rabatte für Inhaber der Gästekarte.

Der folgende Weg führte uns durch ein ruhiges Wohngebietes entlang des Ostrauer Rings, vorbei an kleinen Stationen, die dem Kurort-Charakter von Bad Schandau gerecht werden – darunter ein Armtauchbecken und ein Kinderspielplatz mit angrenzenden Fitnessgeräten. Nach dem Parkplatz Falkensteingrund Ostrau zweigen drei verschiedene Weg zum Schrammsteintor ab: der Schießgrundweg, der Lattengrundweg und der Obrigensteig (von Norden nach Süden).

Wir wählten die blau markierte Mitte und folgten dem Lattengrundweg durch einen fast schon verwunschenen Märchenwald. Moos bedeckte die Felsen, links und rechts gingen die Felswände steil nach oben und offenbarten mehrere kleine Höhlen. Als wir zwischendurch kurz stehen blieben, war nichts um und herum als Stille, die nur das Vogelgezwitscher zu durchbrechen wagte.

Doch je näher wir dem Schrammtor kamen, desto voller wurde es.


Auf den Schrammsteinen – Abenteuerspielplatz mit Aussicht

Am großen Schrammtor herrschte ein regelrechter Menschenauflauf. Dazu kam eine Gruppe Jugendlicher, die lautstark durch den Wald trampelten – ja, man kann es nicht anders sagen – und bei den ersten Anzeichen der Tafelberge gröhlend posierten. Aber im Vergleich zu dem, was uns am Gipfel erwarten sollte, war das noch entspannt.

Vom Schrammtor ging es für uns über einen schmalen Aufstiegsweg, der nur in eine Richtung begehbar ist, hinauf zur Schrammsteinaussicht. Und ab hier fing das Wandern an, so richtig Spaß zu machen. Schmal eingehauene Tritte im Sandstein, an denen extra Griffstangen befestigt sind wechseln sich mit Treppen und Leitern ab, die durch enge Felsspalten nach oben führen. Der reinste Abenteuerspielplatz!

Oben angekommen wurde es laut und eng. Einige machten direkt nach dem Aufstieg eine Pause, andere oben auf de Gipfel der Schrammsteinaussicht. Und das, obwohl die Plattformen eher schmal sind und auch die Wege dazwischen kaum Platz für mehr als eine Person nebeneinander boten. Auf dem Weg nach vorn mussten wir mehrmals anhalten, um den „Gegenverkehr“ durchzulassen und ich wurde bei jedem Warten angesprochen, ob ich nicht ein Foto machen könnte. Vermutlich, weil ich mit meiner großen Kamera ausreichend professionell für den Job aussah.

Schrammsteine mit Kindern - Abenteuerspielplatz sächsische Schweiz - Schrammsteinaussicht gut besucht
Oben war es dann richtig voll. Kein Wunder bei dem spannenden Weg und der wundervollen Aussicht.

Auf dem gesamten Gratweg blieb es voll. Was besonders schade ist, denn dieser Teil gehört zu den schönsten der ganzen Tour: atemberaubende Ausblicke, steil abfallende Felswände zu beiden Seiten und dazu ein schmaler Pfad, der sich über die Felsen schlängelt. Ich bin mehr damit beschäftigt, mich und auch die Kinder durch die Menschenmenge zu manövrieren, als die Aussicht zu genießen. Aufgrund des Himmelfahrtswochenendes hatte ich schon mit einem erhöhten Andrang gerechnet. Aber die schiere Masse an Menschen jeglicher Art – von Profi-Wanderern bis Amateur-Ausflüglern war wirklich alles dabei – hat mich dann doch überrascht.

Erst als die ersten Abstiege nach unten abzweigten und einen Großteil der Ausflügler zum nächsten Parkplatz lockten, wurde es wieder entspannter. Spätestens an der Aussicht der Breiten Kluft hatten wir unsere gewohnte Sächsische Schweiz zurück. Nicht menschenleer, aber mit Wanderern, die wissen, wie man sich im Wald verhält.


Abstieg und Rückweg nach Schmilka

Die Aussicht an der breiten Kluft läutete den letzten Teil unserer Wanderung ein. Über einen serpentinenartigen Weg mit ein paar Stufen ging es nach unten, bevor die Wege wieder richtig breit und gerade wurden. Die Kinder fingen langsam an, über die Länge der Wanderung zu meckern. Doch bevor sie sich da richtig reinsteigern konnten, fingen sie zusammen an „Ich packe meinen Koffer“ zu spielen. Was kam da rein? Natürlich alles mögliche aus dem Wald: Farne, Gras, Rinde, Steine… Den Koffer dürfen sie dann definitiv allein schleppen. 🙂

Insgesamt zog sich der Rückweg bis nach Schmilka noch einmal ordentlich. Der spannende Teil, also das Klettern auf den Schrammsteinen, war vorbei und so waren am Ende alle froh wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Wir füllten unsere Vorräte auf und wäre es nicht schon so spät gewesen, wären wir in Schmilka noch gemütlich eingekehrt und hätten dem Mühlrad beim Drehen zugeschaut.

Schrammsteine mit Kindern - Abenteuerspielplatz sächsische Schweiz - Fundstück in Schmilka
Fundstück bei der Ilmenquelle in Schmilka.

Unsere Tipps für Familien

  • Früh starten lohnt sich. Vor allem an Wochenenden / Feiertagen und Ferien kann es bei schönem Wetter voll werden. Es ist nicht ganz so überlaufen wie die Bastei, aber gerade bei der Schrammsteinaussicht war ordentlich was los. 
  • Ein Picknick einplanen. Unsere Kinder lieben es zu picknicken und wo lässt sich das besser machen, als auf einem Felsen mitten in der Natur mit Aussicht? Oder in einer Höhle am Wegesrand?
  • Kindertrage statt Kinderwagen. Der Weg ist durch die vielen Treppenstufen absolut ungeeignet für den Kinderwagen. Nehmt lieber eine Trage, wenn eure Kinder noch klein sind. 
  • Nehmt die S-Bahn. So seid ihr flexibel, habt die Fährfahrt im Programm für die Kinder dabei und spart euch die lästige Parkplatzsuche. Unsere Wanderung führt von Bad Schandau nach Schmilka und ist damit kein Rundweg.
  • Die Schrammsteine lassen sich wunderbar zu allen Jahreszeiten besteigen. Wenn es allerdings zu nass wird, kann es rutschig werden. Hier ist dann besondere Vorsicht geboten, weil nicht alle Aussichtspunkte extra gesichert sind. Dafür seid ihr an Schlechtwetter-Tagen bestimmt in ruhiger Einsamkeit unterwegs.
  • Kinder motivieren mit Etappenzielen. 11,5km war für unsere Kinder schon ordentlich lang. Gut war es deshalb die Tour einzuteilen: Weg zu den Schammsteinen, auf den Schrammsteinen und der Rückweg nach Schmilka.
  • Und zum Schluss ein Eis oder leckeren Kuchen. Oder einfach eine Flasche Wasser, wenn ihr euch nicht genug davon eingepackt hattet. In Schmilka findet jeder etwas nach seinem Geschmack.
Schrammsteine mit Kindern - Abenteuerspielplatz sächsische Schweiz - Ausblick von der Schrammsteinaussicht


Fazit: Lohnt sich die Wanderung über die Schrammsteine mit Kindern?

Kurze Antwort: Ja absolut, mit dem richtigen Timing.

Die Schrammsteine gehören für mich zu den aufregendsten Wanderungen in der Sächsischen Schweiz, gerade weil sie so viel mehr sind als ein Spaziergang. Leitern, Treppen, enge Felsspalten und Aussichten, die einem den Atem verschlagen machen den Tag zu einem echten Abenteuer. Und die Kinder lieben jeden Meter davon.

Nicht unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch der Schrammsteinaussicht zu Feier- oder Brückentagen. Die Menschenmassen haben einen Teil der Magie geschluckt, die dieser Gratweg eigentlich hat. Wer die Stille der Sächsischen Schweiz sucht, sollte eher früh morgens, spät abends oder außerhalb der Hauptsaison aufbrechen.

Aber egal wann ihr startet, plant auf jeden Fall ausreichend Zeit ein, nehmt ein Picknick mit und lasst euch nicht vom Rückweg einschüchtern. Es lohnt sich.

11,5 Kilometer sind dir zu lang für eine Wanderung mit Kindern in der sächsischen Schweiz? Dann schau gern bei unseren familienfreundlichen Touren zum Rauenstein, zur Bastei oder zum Lilienstein vorbei. Nur halb so lang, aber nicht weniger abenteuerlich.



Wenn dir gefällt, was du hier liest, trage dich gern für meinen Newsletter ein. Dann landen neben den Reisegeschichten auch noch viele andere Inspirationen direkt in deinem Postfach.

Oder du kommst mit auf Social Media und begleitest uns bei allen kleinen und großen Abenteuer zwischen den Artikeln.

2 Kommentare zu „Schrammsteine mit Kindern – Wo die Sächsische Schweiz zum Abenteuerspielplatz wird“

  1. Von der Bastei habe ich glaube ich schon mal gehört, ich müsste jedoch Google fragen, was es damit auf sich hat! Aber die Schrammsteine waren mir bis eben völlig unbekannt! So langsam werde ich ein bisschen neidisch, was es in Eurer Gegend so alles für schöne Wanderstrecken gibt! Bei uns ist Flachland, mal hier ein Hügel, mal da! Aber solche Aussichten kann ich hier nicht genießen!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Liebe Jana, du bist herzlich eingeladen uns besuchen zu kommen und das Elbsandsteingebirge persönlich zu entdecken.
      Aber ich glaube ihr habt in Brandenburg auch ein paar schöne Ecken. Vor allem viele Seen. 🙂

      Viele Grüße, Lisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert