In ein paar Tagen wird unsere Beziehung volljährig. Und gleichzeitig ist heute unser 10. Hochzeitstag. Wenn ich das ganz rational betrachte, stelle ich fest, dass ich inzwischen mehr Zeit mit dir als ohne dich verbracht habe. Mehr als die Hälfte meines Lebens bist du nun schon an meiner Seite.
Heute ist unser 10. Hochzeitstag und hier ist mein Geschenk.
Unsere Geschichte erzählt anhand der Orte, die uns geprägt, verändert oder einfach nur glücklich gemacht haben. Manche davon sind weit weg, manche um die Ecke. Manche haben wir bewusst gesucht, manche haben uns einfach gefunden. Und bei jedem einzelnen weiß ich: ohne dich wäre es nicht mal halb so schön gewesen.
01 Görlitz
Wenn ich über all die Orte nachdenke, die für uns eine Bedeutung haben, muss ich natürlich am Anfang beginnen. Und der lag in Görlitz. Und nicht einfach irgendwo in Görlitz, sondern in der Tanzschule Matzke. Wir sind eines dieser Paare, mit denen er sich immer rühmt, sie zusammengebracht zu haben.
Und keine Sorge: Deine Heimat ist auch noch an der Reihe. Aber alles zu seiner Zeit.
Tja, manchmal braucht es einen Tanzschulkurs, um den wichtigsten Menschen seines Lebens zu treffen. Kitschig-romantisches Klischee erfüllt, würde ich sagen. Dafür habe ich sogar extra dieses alte Bild hier rausgesucht und abfotografiert. 😀

02 Matala
Unser allererster gemeinsamer Urlaub, den wir ganz allein unternommen haben. Zwei Wochen ging es im Sommer 2011 für uns nach Kreta und bei 40°C Außentemperatur brachte auch der Fahrtwind auf dem Motorroller, den du eigentlich gar nicht hättest mieten dürfen, keine Abkühlung. Das Meer dagegen schon, wenn man denn den Weg über den kochend heißen Sand geschafft hatte. Wir saßen in den Hippie-Höhlen und probierten uns beim Abendessen im kleinen Hotel am Sirtaki-Tanzen aus.
Unvergesslich ist jedoch unsere „kleine“ Wanderung zum Red Beach, gleich „um die Ecke“ vom Hotel. „Nur kurz über den Hügel“ entwickelte sich zu einer einstündigen Wanderung durch die karge Landschaft Kretas unter einer erbarmungslosen Sonne. Der Strand selbst war ein absoluter Traum und jede Mühe wert. Das nächste Mal aber lieber mit mehr Trinkwasser im Gepäck.
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass wir beide bereit sind, für etwas Schönes auch unbequeme Wege zu gehen. Und dass wir uns dabei nicht gegenseitig die Schuld geben, wenn es anstrengend wird.


03 Mallorca
Ein großer Traum von mir war es, echte Palmen zu sehen. Nachdem das im Jahr davor auf Kreta nicht geklappt hatte, starteten wir einen neuen Versuch auf Mallorca. Mit Erfolg, denn schon der Ausgang am Flughafen von Palma ist von einer Palmenallee gesäumt. Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl – endlich!
Wir haben die Insel damals noch als Paar erkundet, bevor wir später mit ganz anderen Augen wiederkommen sollten.
Manchmal sind es die kleinen, fast kindlichen Wünsche, die man sich gegenseitig erfüllt. Und manchmal reicht dafür schon eine Palmenallee am Flughafen.



04 Side
In der Türkei haben wir so manches Abenteuer erlebt. Eine Raftingtour in den Bergen mit eiskaltem Wasser eines Gebirgsflusses. Eine Offroad-Safari mit riesigen Autos quer durch den Wald. Eine Bootsfahrt über den „Green Lake“ mit anschließendem Fisch essen in einem urigen Restaurant. Fisch, nicht Hühnchen – du weißt, was ich meine. 😉 Unvergessen ist auch der Ausflug nach Pamukkale.
Warum dieser Ort aber wirklich in der Liste auftaucht, hat einen anderen Grund. Erinnerst du dich an die Fahrten mit dem „Gefährt“ zum Strand? Bus oder Auto wäre vollkommen übertrieben. Ich bin ja erstaunt, dass wir diesen Urlaub überlebt haben. Aber wie gut, dass wir es bis zum Meer geschafft haben, denn dort beschlossen wir zu heiraten. Einfach so und völlig einvernehmlich. Als wäre es logisch und müsste überhaupt nicht diskutiert werden. Als hätte die Entscheidung schon längst festgestanden.
Bis heute bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht doch gern einen richtigen Antrag gehabt hätte. Eine schöne Geschichte, die man erzählt, statt nur eines „Lass uns heiraten“. Aber eigentlich war es genau so perfekt.
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass die wichtigsten Entscheidungen manchmal keine sind. Dass sie sich einfach richtig anfühlen, ohne Drama und ohne große Worte. Und dass unser „Lass uns heiraten“ am Ende die schönste Geschichte ist, die wir erzählen können – eben weil sie so gar nicht inszeniert war.





05 Königshain
Ich hatte dir versprochen, dass auch dein Heimatdorf hier noch Erwähnung findet. Und an dieser Stelle passt es einfach am besten – an der Schwelle zwischen Paar und Ehepaar. Denn in Königshain haben wir unsere Hochzeitsfotos gemacht, während dein Papa unsere Gäste mit einer Führung durch das Barockschloss Königshain beglückte. Der Rhododendron blühte, die Königshainer Schweiz grünte und das Schloss selbst eignet sich ja zu jeder Jahreszeit als traumhafte Kulisse.
Den Nachmittag verbrachten wir beim Königshainer Melzer-Bäcker, bevor wir zum Abend in den Garten meiner Eltern umzogen. Auch wenn es kein großes Fest war und ich auch manchmal noch der romantischen Vorstellung einer perfekten Hochzeitsfeier nachtrauere, so war diese Feier doch für uns in dem Moment perfekt. Und das ist alles, was zählt.
„Perfekt“ ist immer relativ. Und eine Feier, die zu uns passt, ist definitiv mehr wert ist als eine, die nach außen hin glänzt.



06 Tokyo
Das hier „Tokyo“ steht und nicht „Japan“ zeigt schon, dass jetzt eine ganze Reihe fernöstlicher Lieblingsorte folgen, die einfach alle ihr eigenes Kapitel brauchen. Weil jeder Ort auf seine ganz eigene Weise ganz besonders war. Aber so ist das bei einer Traumreise, die gleichzeitig noch die Hochzeitsreise ist. Solche Erinnerungen vergisst man nicht!
Und selbst einen Moment in Tokyo auszumachen, der aus den besonderen Momenten heraussticht, ist nahezu unmöglich. Da fällt mir die Erinnerung ein, wie wir mitten in der Nacht dank Jetlag auf dem Weg zum Fischmarkt waren und Tokyo so ruhig erleben durften, wie danach nie wieder. Tickets für den Fischmarkt haben wir keine bekommen. Warum? Weil es auf dem Hinweg so viel zu sehen gab, dass wir einfach zu spät da waren. Dafür haben wir im ersten Licht des Morgens noch den Tokyo-Tower bewundern können.
Überhaupt war Tokyo eine Aneinanderreihung von kleinen und großen Highlights. Der Ausblick vom Government-Building, die traditionelle Hochzeit, die wir zufällig im Meiji-Schrein beobachtet haben, der Asakusa-Schrein bei Dunkelheit mit unzähligen von Kindern bemalten Laternen. Da wäre auch noch das Stöbern in Mangaläden in Shinjuku, der Besuch der Hachiko-Statue in Shibuya direkt an dieser riesigen Diagonalkreuzung. Weißt du noch, dass da eine Katze auf der Statue saß, was die Japanerinnen mit entzückten „kawaii“ Quietschern quittierten?
Aber auch das ist nicht der Moment, den ich meine. Vielleicht ahnst du es schon. Es ist ein Moment, wie es ihn überall auf der Welt hätte geben können. Genau genommen hat er mit Tokyo überhaupt nichts zu tun, aber weil wir eben dort waren, wird das auf immer meine Lieblingserinnerung an den Beginn unserer Reise bleiben. Ich rede natürlich vom positiven Schwangerschaftstest, der unser Leben, das ohnehin gerade Kopf stand, noch einmal etwas mehr auf den Kopf stellte.
Das Leben folgt seinem eigenen Plan, egal wie sorgfältig man seine Reisen auch vorbereitet. Und auch hier zeigt sich mal wieder, dass die schönsten Momente oft die sind, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat.








07 Hakone
Das erste Mal im Ryokan auf Futons schlafen, das erste mal im Onsen baden, das erste Mal ein traditionelles japanisches Gängemenü genießen und das erste Mal Schmetterlinge und Spinnen sehen, die so groß sind wie Handteller. Hakone, die Erholungsregion in der Nähe vom Fuji-San fühlte sich an, als wären wir direkt in einen Animefilm geraten. Wir wollten auf den Schwefelvulkan wandern. In den Nachrichten hieß es, dass der Wanderweg aufgrund verstärkter Aktivitäten gesperrt wurde. Aber was wissen denn schon die lokalen Nachrichten? Probiert haben wir es trotzdem.
Naja… Am Ende ist es doch die Seilbahn geworden und der Fuji-San hat sich schüchtern in den Wolken versteckt. Gesehen haben wir ihn trotzdem noch einmal. Ein paar Tage später kurz von Weitem, als wir mit dem Shinkansen nach Kyoto gefahren sind.
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass es manchmal gut ist, Warnschilder ernst zu nehmen. Und dass der Plan B oft genauso schön sein kann wie der ursprüngliche, wenn man sich darauf einlässt.






08 Kyoto
Und da wären wir auch schon bei Kyoto – deiner Lieblingsstadt, die sich so völlig anders anfühlte als das hochmoderne Tokyo. Während Tokyo einen fast erschlägt mit seiner Energie und seiner schieren Größe, hat Kyoto etwas Ruhigeres. Tempel, Gassen, goldene Pavillons und das Gefühl, dass diese Stadt ihre Geschichte nicht versteckt, sondern lebt. Ich habe verstanden, warum sie es dir angetan hat.
Und dann war da noch der Jishu-Schrein mit seinen berühmten Liebessteinen. Angeblich bringt es Glück in der Liebe, wenn man mit geschlossenen Augen den Weg zwischen ihnen findet. Bei den Menschenmassen rundherum war das allerdings gar nicht so einfach. Vielleicht passt das aber auch ganz gut zu uns: Wir mussten unseren Weg nie blind finden. Wir sind ihn einfach immer gemeinsam gegangen.
Es ist nicht wichtig, dieselben Lieblingsorte zu haben. Viel schöner ist es, sie gemeinsam zu erleben.




09 Nara
Ein Ausflug, den ich unbedingt auf unsere Reiseliste gesetzt hatte. Und ich habe bekommen, was ich wollte: Kuscheln mit Sika-Hirschen. Weißt du noch, wie der eine in das Restaurant reinlaufen wollte und vom Inhaber lautstark wieder verscheucht wurde? Es ist auch der Ort der 1000 Laternen und der größten Buddhastatue Japans: Dem Daibutsu. Eine große Bronzestatue, um die ein riesiger Holztempel errichtet wurde.
Daneben gibt es zwei kleinere, wenn auch nicht minder beeindruckende, Bosatsu, die den Daibutsu flankieren. Darunter auch der Seishi Bosatsu (Bodhisattva der Weisheit). Bei dem hast du um einen guten Studienabschluss für mich gebeten. Hat sehr gut geklappt. 🙂
Durch das Loch im Holzbalken, das die Größe des Nasenloches vom großen Buddha hat, haben wir uns nicht durchgezwängt. Ich fürchte, wir werden deshalb im nächsten Leben nicht die Erleuchtung finden, aber ich glaube damit können wir in diesem Leben leben.
Viel wichtiger ist es jemanden an seiner Seite zu haben, der an einen glaubt. Und das auch in kleinen Gesten immer wieder zeigt.



10 Koya-San
Hast du jemals vorher einen Friedhof mit so riesigen Bäumen gesehen, die das Licht des Tages so stark schlucken, dass auch tagsüber entlang des Hauptweges überall die Laternen leuchten? Ich nicht. Und auch sonst war unser kurzer Aufenthalt in Koya-San mehr als aufregend.
Alles fing in der Seilbahn an, als wir die beiden Ärzte aus Berlin getroffen haben. Du hast das gemacht, was du immer machst (mit Leuten ins Gespräch kommen) und ich habe versucht meine Übelkeit im Griff zu behalten. Tja, so eine Schwangerschaft hat auch ein paar negative Begleiterscheinungen. Und das alles während die beiden die Tafelberge in Südafrika mit den Bergen in Japan verglichen haben und welche denn jetzt toller sind. Okay…
Weiter ging es damit, dass wir in einem traditionellen buddhistischen Kloster geschlafen haben. Das vegane Essen war furchtbar. Und ich war am Ende so müde, dass wir es nicht am nächsten Morgen zum traditionellen Gebet geschafft haben. Nun gut. Zumindest der Friedhof bleibt in guter Erinnerung!
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass wir auch in den unkomfortabelsten Momenten noch gemeinsam lachen können. Und dass ich mich immer darauf verlassen kann, dass du die Kommunikation mit wildfremden Menschen übernimmst.




11 Matsumoto
Das war die letzte Station unserer Rundreise und dafür ging es noch einmal weiter in Richtung Berge. Die Luft war besser und die Temperaturen kühler. Eine Wohltat, selbst im Oktober. Wir (oder besser gesagt ich) konnten japanischen Essen nicht mehr sehen, also waren wir kurzerhand in einem hawaiianischen Lokal Burger essen. Am beeindruckendsten hier war aber auf jeden Fall die Burg. Burgen haben es dir ja sowieso angetan und auch ich fand diese original erhaltene Holzburg viel schöner (weil ruhiger), als die überlaufene Burg von Himeji.
Zum Abschluss saßen wir einfach eine Weile auf der Bank und schauten still auf die Krähenburg.
Manchmal sagen stille Momente zu zweit mehr, als es das lauteste Abenteuer könnte. Und manchmal reicht uns im Urlaub eine Bank, auf der wir gemeinsam schweigen können.



12 Dresden
Nachdem Görlitz und Königshain bereits vorgestellt wurden, darf natürlich auch Dresden in dieser Liste nicht fehlen. Gewohnt haben wir hier schon lange. Ich seit dem Studienbeginn und du ein Jahr später, als du zu mir in die Einraumwohnung gezogen bist. Doch zwei Kinder und ein Studienabschluss später war klar, dass Dresden inzwischen unsere neue Heimat geworden ist.
Hier haben wir unseren Lebensmittelpunkt und unseren Alltag gefunden. Hier sind auch beide Kinder zur Welt gekommen, wobei vor allem die zweite Geburt ganz besondere Erinnerungen geschaffen hat. Aber es ist auch das Gefühl von Heimat, das uns hier hält. Irgendwie noch verbunden mit Görlitz und Königshain, aber irgendwie auch etwas ganz eigenes.
Heimat ist eben nicht nur der Ort, an dem man aufgewachsen ist. Sondern auch der Ort, den man sich gemeinsam erschafft.

13 Palmanova
Natürlich darf dieser Ort hier nicht fehlen. Der erste „richtige“ Sommerurlaub sollte es werden, stattdessen lernten wir, was wir im Urlaub alles NICHT wollen. Auf jeden Fall keine Reisen in den Süden im Sommer. Dafür Reisen mit viel mehr Abenteuer, aber gleichzeitig auch mehr Ruhe. Es war vielleicht nicht unser schönster Urlaub, aber unser lehrreichster. Gemeinsam haben wir herausgefunden, was Urlaub für uns sein soll.
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass auch die Urlaube, die nicht funktionieren, wichtig sind. Weil man hinterher genauer weiß, was man will. Und weil man merkt, dass man auch in schlechten Urlauben ein gutes Team ist.



14 Südschweden
Nachdem einmal klar war, was wir NICHT wollen, war es plötzlich gar nicht mehr so schwer zu erkennen, WAS wir wollen. Und so ist das absolute Gegenteil zum Mallorcaurlaub des Vorjahres entstanden. Eine Zugrundreise quer durch Südschweden mit mehreren Stationen. Am Ende waren es fünf, wovon die erste und die letzte „nur“ Zwischenstopps waren, damit die Reisezeit nicht zu lang wird. Hamburg – Malmö – Småland – Stockholm – Berlin und drei Wochen voller Abenteuer und außergewöhnlicher Erinnerungen.
Die Schönste lässt sich auch hier nicht bestimmen. Vielleicht die Tretbootfahrt um die Altstadt von Malmö? Oder die Astrid-Lindgren-Värld, wo es am Ende in Strömen anfing zu regnen? Oder der wundervolle See mit dem klassischen roten Schwedenhäuschen um die Ecke, hinter dessen Garten direkt die Schmalspurbahn hielt? Vielleicht auch die Elchfütterung oder der Badestrand mitten in der Stadt von Stockholm?
Inzwischen wissen wir, was uns glücklich macht und sind mutig genug, es auch zu tun. Drei Wochen Zugreise durch Schweden mit Kindern ist nicht das Einfachste. Aber es war in diesem Jahr genau das Richtige.









15 Dänemark
Gegen die vielen Abenteuer in Schweden kommt unser Urlaub in Dänemark fast etwas unspektakulär daher. Er bleibt mir aber vor allem wegen einer Sache in Erinnerung: der Entschleunigung. Wir haben jeweils eine Woche an beiden Küsten verbracht (Kattegat im Osten und der Nordseeküste im Westen) und am beeindruckendsten ist vermutlich der Unterschied zwischen den beiden. Während die eine eher klein und ruhig ist, findet man bei der anderen hohe Wellen, meterbreite Strände und noch höhere Dünen, die es zu erkunden gilt.
Die Kinder spielten stundenlang im Sand, während wir einfach nur dagesessen und aufs Meer geschaut haben. Mehr brauchte es dort irgendwie nicht und deshalb kann ich verstehen, warum Dänemark bei vielen ganz oben auf der Urlaubswunschliste steht.
Manchmal brauchen wir nicht viel mehr im Urlaub als gemeinsame Zeit, Weite und einander. Dänemark hat uns daran erinnert, dass Urlaube nicht immer ein spektakuläres Programm brauchen – auch wenn uns ein kleines bisschen mehr Programm durchaus Spaß macht.





16 Paris
Dieses Urlaubsziel war ein absoluter Kinderwunsch und du warst von Anfang an skeptisch und hast uns mit deiner charmanten Art eine Horrorgeschichte nach der nächsten erzählt. Die meisten handelten von Taschendieben und Polizeistatistiken. Vier Tage waren wir da und innerhalb dieser Zeit konnte ich dir und den Kindern Paris zeigen, aber vor allem auch mein Lieblingsgesicht dieser Stadt. Das Hotel in Montmartre hat am Ende seinen Teil dazu beigetragen, dass du Paris dann doch gar nicht soooo schlecht fandest.
Und tatsächlich sind wir komplett taschendiebstahlfrei durchgekommen. Yippieh!
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass selbst aus deinen Horrorgeschichten manchmal wunderschöne Erinnerungen werden. Und dass ich es liebe, dir Orte zu zeigen, die mir etwas bedeuten. Besonders dann, wenn du am Ende doch ein kleines bisschen begeistert bist.






17 Opalküste
Was für ein wundervolles Fleckchen Erde die Côte d’Opale doch ist. Warum gibt es dort eigentlich nicht mehr Touristen? Nicht, dass ich mich beschweren möchte, aber wir hatten teilweise ganz Strände für uns allein. Mitten in der Hauptsaison, war das schön! Dazu ein Gîte mit angeschlossenem Pferdehof, der ein oder andere Bunker am Strand und insgesamt eine Region, die geschichtlich sehr geprägt ist.
Für mich wird das immer der Urlaub bleiben, in dem unsere Kinder ihre Liebe zum Meer komplett entdeckt haben. Inzwischen konnten sie beide (halbwegs) schwimmen und trauten sich auch bei hohen Wellen ins Meer. Und was hatten wir für Wellen! Ich habe jede einzelne davon geliebt und hätte stundenlang im Wasser bleiben können, wenn es etwas wärmer gewesen wäre.
Es ist wunderschön zu sehen, wie die Kinder die Welt entdecken. Und dass wir als Familie inzwischen unseren eigenen Reiserhythmus gefunden haben, der zu uns passt.





18 Liberec
Manchmal läuft im Alltag nicht alles rund. Manchmal läuft auch im Urlaub nicht alles rund. Ein spontaner Kurztrip, eine verlorene Kuscheltier-Eule (ausgerechnet die, die unsere Tochter einen Tag vorher zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte) und trotzdem wurde dieses Wochenende zu einer richtig schönen Auszeit. Obwohl, oder gerade weil, nicht alles perfekt war.
Deshalb steht Liberec hier stellvertretend für alle kleinen und großen Herausforderungen der letzten Jahre. Für die Momente, in denen nicht alles nach Plan lief und wir sie trotzdem gemeinsam gemeistert haben.
Was ich daraus mitgenommen habe? Dass eine Beziehung immer dann am meisten wächst, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Und dass wir keine Angst vor solchen Situationen haben brauchen.





Und dann ist da noch Ort Nummer 19.
Er hat noch keinen Eintrag. Er heißt Island und wartet diesen Sommer auf uns.
Diese Liste ist nämlich nicht fertig. Sie wird es wahrscheinlich nie sein und das ist das Schönste daran.
Auf 18 Jahre und auf alles, was da noch kommt.
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Wow, da kann man ja glatt ein bisschen neidisch werden! Auf 18 Jahre Beziehung und auf all die tollen Reisen … ich war damals auch in der Tanzschule, hatte aber eine weibliche Partnerin! Hätte ich mir mal doch einen der wenigen Jungs dort geschnappt …
Aber was soll’s! Ich habe mal mitgezählt, an wie vielen Orten bzw. in wie vielen Ländern ich auch mit meiner Tochter war und ich komme auf: 4! Immerhin! Und nun bin ich schon ganz doll gespannt, was du im Sommer alles über Island berichten wirst! Da will ich auch irgendwann mal hin! Am liebsten nicht allein 😉
Liebe Grüße
Jana