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Familienurlaub Berlin – unser Pfingst-Tagebuch mit zwei Kindern

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - Alexanderplatz mit Fernsehturm und Weltzeituhr


Es gibt gefühlt tausend Artikel über Berlin mit Kindern. Tipps, Listen, Guides, Übersichten, … Ich weiß das, weil ich selbst vor unserem Pfingstausflug quer durch das Internet gestöbert habe. Trotzdem schreibe ich jetzt noch einen Berlin-Artikel. Unser kleines Tagebuch. Mit allem, was toll war, was nicht funktioniert hat und was wir beim nächsten Mal anders machen würden.

Angefangen hat alles mit den gewonnenen Gästelistenplätzen für das TWICE-Konzert in der UBER Arena. Plötzlich war Berlin der perfekte Anlass für einen Pfingstausflug mit der ganzen Familie. Dass daraus so ein unvergessliches langes Wochenende werden würde, haben wir zu dem Zeitpunkt noch nicht geahnt.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - Brandenburger Tor


Übernachten in Berlin mit Kindern: A&O Hostel Berlin Mitte

Ich habe uns – wie so oft bei Städtereisen – in einem A&O Hostel einquartiert. Dieses Mal ist die Wahl auf das A&O Berlin Mitte gefallen, weil wir es fußläufig von der UBER Arena erreichen können. So konnte ich mit meinem Sohn ganz entspannt nach dem Konzert zurücklaufen.

Das Hostel liegt an der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Straße. Der Fußweg ist in Ordnung und die unmittelbare Umgebung hat selbst auch etwas zu bieten: eine Kirche und ein kleiner Spielplatz in einem stillgelegten, begrünten Kanal. Dazu ganz viel Berliner Charme mit Spätis und verfallen wirkenden Kulturzentren, vor den schon am frühen Abend jemand saß und auf offener Straße gesungen hat.

Wir würden es jederzeit wieder buchen. Klar, ein Hostel ist ein Hostel: minimalistisch, nicht alles pikobello in Ordnung, kein Vier-Sterne-Komfort. Aber das ist genau das, was wir brauchen. Und was uns diesmal wirklich begeistert hat, war unser Familienzimmer mit zwei getrennten Räumen. Das ist für mich im Familienurlaub fast unbezahlbar, denn wenn die Kinder schlafen, haben wir so noch ein bisschen Abend für uns.

Die Kinder stehen natürlich auf die Pancake-Maschine. Die gibt es in jedem A&O Hostel, das wir bisher besucht haben. Der Rest des Frühstücks war nicht außergewöhnlich, aber solide.

Warum die Lage der Unterkunft bei uns immer eines das ersten Auswahlkriterien ist, erkläre ich hier: Städtereisen mit Kindern planen.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - A&O Hostel Berlin Mitte Eingangsbereich
Der Eingangsbereich erinnert an eine Berliner U-Bahn.

Mit den Öffis durch Berlin

Wir sind ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen und das hat sehr gut funktioniert.

Mein Mann und ich haben das Deutschlandticket genutzt, für die Kinder haben wir Einzelfahrten oder Tageskarten gekauft. Die Tageskarte lohnt sich ab drei Fahrten am Tag, die Einzelfahrt für Kinder kostet 2,50 Euro. Tickets gibt es bequem am Automaten und vermutlich auch online, wobei ich das nicht extra ausprobiert habe.

Was uns aufgefallen ist: Die Berliner U-Bahn-Stationen sind alles andere als einheitlich. Manche hatten diesen typisch abgeranzten Berliner Charme mit dem vollen Programm aus abgeblättertem Putz, alten Kacheln und Eingängen, bei denen man sich fragt, ob es nicht vielleicht doch das Tor zur Unterwelt ist. Andere waren überraschend modern gestaltet.

Den Kindern hat die Haltestelle Museumsinsel am besten gefallen. Die Decke sieht aus wie ein Sternenhimmel aus tausenden funkelnden Lichtern.

Insgesamt war die U-Bahn auch am Wochenende voll. Sehr voll. Ob das an Pfingsten liegt oder ob Berlin grundsätzlich so ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber gedanklich einplanen solltet ihr es.


Schnitzeljagd durch Berlin-Mitte mit Kindern

Den ersten Tag haben wir mit einer Schnitzeljagd durch Mitte begonnen. Wir hatten uns dafür die Schnitzeljagd Berlin-Mitte von StadtLandTour gekauft. Die Route führte vom Alexanderplatz über den Berliner Dom bis zum Brandenburger Tor – also mitten durch die touristischen Highlights der Stadt.

Die Strecke war ok, aber die Schnitzeljagd selbst hat uns tatsächlich weniger überzeugt.

Das Konzept funktioniert so: Man wird zu einem bestimmten Ort geschickt, bekommt dort Hintergrundinformationen zur Stadt und löst kleine Aufgaben. Bei einer Schnitzeljagd würde ich aber eigentlich erwarten, dass man den nächsten Ort selbst anhand von Hinweisen, Rätseln, ein bisschen Detektivarbeit herausfindet. Das passiert hier kaum. Es ist eher eine geführte Stadttour mit Aufgaben als eine echte Schnitzeljagd.

Dazu kommt, dass die Spots selbst nicht wirklich für Kinder gemacht sind. Dom, Bebelplatz, Brandenburger Tor – historisch bedeutsam, touristisch beeindruckend, aber für Sieben- und Achtjährige ohne Bezug zur Berliner Geschichte wenig greifbar. Was unsere Kinder auf der Strecke wirklich begeistert hat? Ein Springbrunnen, der aus war, weil jemand Spülmittel hineingekippt hatte und ein weiterer Springbrunnen, in den sie ihre Hände nicht halten konnten, weil jemand das Wasser giftgrün gefärbt hatte.

Ich habe in früheren Urlauben die Schnitzeljagden für unsere Kinder selbst gestaltet. Das war zwar viel Aufwand, aber der Spaß war wesentlich größer, weil ich sie genau auf unsere Kinder zuschneiden konnte. Ich glaube, da werde ich künftig wieder mehr Zeit investieren.


Monbijoupark Berlin – Spielplatz und Kinderfreibad direkt an der Spree

Nach der Schnitzeljagd waren alle erschöpft und schlecht gelaunt. Klar – bei den hohen Temperaturen des Pfingstwochenendes ist so ein langer Marsch durch eine Stadt kein Zuckerschlecken. In den Unterlagen zur Schnitzeljagd war der Monbijoupark als Tipp abseits der Route erwähnt und so sind wir mit der U-Bahn zurückgefahren, um einfach kurz nichts zu tun.

Der Park liegt direkt an der Spree, gegenüber der Museumsinsel. Wer also kurz eine Pause machen will, tut das hier mit einer wunderschönen Aussicht. Der Spielplatz war gut besucht, aber die Kinder fanden schnell einen Platz. Wir saßen währenddessen im Schatten. Niemand musste irgendwo hinschauen oder irgendwas lernen.

Direkt neben dem Spielplatz gibt es eine saubere Toilette und in unmittelbarer Umgebung findet ihr so einige Cafés um euch mit Stärkungen zu versorgen.

Was wir nicht gewusst haben: Im Park gibt es ein Kinderfreibad. Das ist gerade für heiße Sommertage ein echter Tipp. Die Saison läuft vom 1. Juni bis 30. August, geöffnet täglich von 11 bis 19 Uhr. Beim nächsten Mal planen wir das bewusst ein.

Anreise: Am einfachsten mit der S-Bahn bis Hackescher Markt, von dort sind es nur wenige Gehminuten.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - Spielen im Schatten und Pause im Monbijoupark
Schattige Pause mit viel Platz zum Spielen.

Kurzer Abstecher zur East Side Gallery

Die East Side Gallery haben wir auf dem Weg zur UBER Arena bewusst eingeplant. Sie liegt direkt am Spreeufer in Friedrichshain. Auf gut 1,3 Kilometer gibt es bemalte Mauerreste zu entdecken, die heute eine der längsten Open-Air-Galerien der Welt sind.

Nach dem langen Tag unterwegs war es für die Kinder (und auch für mich) nicht mehr der erwartete magische Moment. Die Geschichte dahinter ist beeindruckend, aber man muss sie kennen und einordnen können, damit die Bilder wirklich etwas auslösen. Das war bei unseren Kindern noch nicht ganz der Fall. Ein kurzer Abstecher lohnt sich trotzdem, allein wegen der Lage am Wasser.

Nach der East Side Gallery haben wir uns an der UBER Arena mit Pizza und Pasta als frühzeitiges Abendessen vor dem Konzert gestärkt. Und der Abend hielt noch eine kleine Überraschung für uns bereit. Auf dem modernen Platz vor der Arena entdeckten die Kinder Wasserfontänen und sprangen direkt dazwischen hindurch. Das war einer der glücklichsten Momente des ganzen Ausflugs.

Wasser geht einfach immer. Vor allem, wenn alle bei den hohen Temperaturen in Nullkommanichts wieder trocken sind.


Fernsehturm mit Kindern: Lohnt es sich?

Kurze Antwort: Bei uns nicht.

Mein Mann und meine Tochter sind oben gewesen, am selben Abend, an dem mein Sohn und ich beim Konzert waren. Das Urteil am nächsten Morgen beim Frühstück war eindeutig. „War langweilig.“ Und das nach einem Eintritt von 53 Euro für zwei Personen.

Zum Vergleich: Aktuelle Online-Tickets kosten ab 25,50 Euro für Erwachsene und 19,50 Euro für Kinder – je nach Tageszeit auch mehr, denn die Preise variieren, morgens am günstigsten, abends am teuersten. Lena schreibt auf ihrem Blog family4travel 2014 noch über 13€ für Erwachsene und 8,50€ für Kinder. Das zeigt, wie stark die Preise in den letzten Jahren gestiegen sind. Das Preis-Leistungsverhältnis hat sich damit nicht zum besseren gewandelt.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - Aussicht vom Fernsehturm
Blick über Berlin Richtung Osten. Auf der anderen Seite ging gerade die Sonne unter.

Der Ausblick ist beeindruckend. Aber (unsere) Kinder sind keine großen Ausblick-Menschen. Und für „nur mal schauen“ gibt es in Berlin deutlich günstigere Alternativen:

  • Dachterrasse des Park Inn by Radisson direkt am Alexanderplatz, gegenüber dem Fernsehturm: In 120 Metern Höhe, Eintritt 6 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren und man hat den Fernsehturm quasi auf Augenhöhe im Blick. Keine langen Warteschlangen. Öffnungszeiten je nach Monat ab 12 Uhr.
  • Funkturm Berlin in Charlottenburg: Eintritt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, Familien zahlen 39 Euro. Dazu feiert der Funkturm in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Ein schöner Anlass für einen Besuch.
  • Panoramapunkt am Potsdamer Platz: ein weiterer Tipp, den ich bei meehr-erleben.de entdeckt habe.

Wer trotzdem hoch auf den Fernsehturm möchte: Ticket unbedingt vorab online buchen, die Wartezeiten an der Tageskasse (Ticketautomat) können lang sein.


Tierpark Berlin mit Kindern

Eigentlich hatte ich das Naturkundemuseum auf die Liste gesetzt. Gigantisches Dinoskelett – mehr muss eigentlich nicht gesagt werden, oder? Die Kinder wollten aber lieber lebendige Tiere sehen.

Nächste Frage: Zoo oder Tierpark? Im Zoo gibt es Große Pandas. Seltener als selten. Die Kinder entschieden sich trotzdem für den Tierpark. Ich war kurz sprachlos und habe noch dreimal nachgefragt, ob sie sich sicher sind. Sie waren sich sicher. Und es war die beste Entscheidung, die an diesem Tag getroffen werden konnte.

Denn es war sehr heiß. Und der Tierpark Berlin hat unglaublich viel Schatten, weitläufige Wege und war damit auch an einem heißen Sonntag angenehm.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - Eingang Tierpark Berlin Bärenschaufenster direkt neben der U-Bahn
Der Eingang „Bärenschaufenster“ liegt direkt neben dem Ausgang der U-Bahn.

Highlights im Tierpark:

Das Artenschutzhaus hat uns alle begeistert – Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Welche Tiere bereits ausgestorben sind, warum Artenschutz so wichtig ist und wie er konkret funktioniert, war für alle nachhaltig spannend. Dazu kommen viele Auswilderungsprojekte, über die wir viel erfahren konnten.

Der Spielplatz mit dem angrenzenden Streichelzoo war natürlich ebenfalls ein Highlight. Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe und Ziegen – liebevoll gestaltet, viel Platz und trotz vielen anderen Kindern nicht überfüllt. Außerdem gibt es dort auch einen Wasserspielbereich. Vergesst also am besten die Badesachen nicht.

Generell haben uns die großzügigen Gehege sehr gut gefallen. Die Tiere haben tatsächlich Raum. Das bedeutet für uns natürlich viele Laufwege. Am Ende des Tages waren alle wieder müde, obwohl es eigentlich ein Entspannungstag werden sollte. Unterwegs haben wir sehr viele Kinder mit Rollern gesehen. Das halte ich bei dem großen Areal für sehr sinnvoll.

Und noch ein kleiner Tipp: Geht die Runde am besten verkehrt herum. Gegen den Strom sozusagen. Die ersten dreißig Minuten hatten wir die Wege fast für uns alleine.


Bootsfahrt auf der Spree

Die Bootsfahrt haben wir über GetYourGuide gebucht – eine klassische einstündige Rundfahrt vom Dom aus, am Reichstag und Regierungsviertel vorbei bis zum Tiergarten. Und dann wieder zurück.

Die Reaktionen der Kinder waren sehr gespalten. Mein Sohn klebte von der ersten bis zur letzten Minute am Fenster und hat sehr viele Fragen gestellt. Besonders spannend fand er eine sehr flache Brücke, bei der auf dem Boot alle sitzenbleiben mussten, um sich nicht am Kopf zu verletzen. Meine Tochter spielte nach kurzer Zeit lieber.

Was mir persönlich gut gefallen hat, war die Frau, die die Tour live begleitet hat. Herrlich direkt, unverkennbarer Berliner Slang und das nicht nur ins Mikrofon für die Touristenmasse, sondern genauso, als wir uns danach kurz mit ihr unterhalten haben.

Bootsfahrten haben für uns als Familie übrigens einen festen Platz im Reiserepertoire. Letztes Jahr waren wir auch schon auf der Seine in Paris. Es ist eine sehr entspannte Art, eine Stadt zu sehen, ohne selbst laufen zu müssen. Und genau dann perfekt, wenn alle irgendwie schon müde vom vielen Laufen sind.

Für heiße Tage empfehle ich, sich unten hinzusetzen statt oben auf dem Sonnendeck. Für alle, die auch bei großer Hitze lieber oben sitzen wollen, gibt es kostenlose Sonnenschirme zum Ausleihen.


Was wir beim nächsten Mal noch machen würden

Berlin hat mehr zu bieten, als wir in diesen Tagen gesehen haben. Was auf unserer Liste steht:

  • Schokowelt Ritter Sport in Mitte – für alle mit Naschkatzen im Gepäck.
  • Friedrichstadtpalast – eher für etwas ältere Kinder, aber soll spektakulär sein.
  • Anoha – die Kinderwelt des Jüdischen Museums – für Jüngere sehr empfohlen. Es scheint eines der besten museumspädagogischen Angebote der Stadt zu sein. Kostenloser Eintritt mit vorab gebuchtem Zeitslot.
  • Futurium direkt am Hauptbahnhof – ein interaktives Mitmach-Museum und Mitmach-Labor rund um die Zukunft mit kostenlosem Eintritt.
  • Reichstagskuppel – ebenfalls kostenlos, allerdings mit vorheriger Anmeldung auf der Website des Bundestags.
  • Naturkundemuseum – das mit dem gigantischen Dinoskelett, das dieses Mal nicht geklappt hat. Kommt auf die Liste für den nächsten Besuch.

Was mich beim Zusammenstellen der Liste beeindruckt sind die vielfältigen kostenlosen Angebote in der Stadt, die sich auch mit Kindern wirklich lohnen. Wer gut plant, kommt auch als Familie günstig durch.

Pfingsten in Berlin mit Kindern zum verlängerten Wochenende - gestalteter Einstiegsschacht (Gullideckel) mit Berlinmotiv


Berlin mit Kindern – unser Fazit

Berlin hat uns mehrfach und in verschiedene Richtungen überrascht. Nicht alles hat funktioniert, wie geplant. Die Schnitzeljagd war okay, aber nicht der große Wurf. Der Fernsehturm hat nicht gehalten, was er versprochen hat. Und das Naturkundemuseum haben wir gar nicht erst gesehen.

Aber dazwischen liegt das, was Berlin ausmacht: der Kontrast. Hochmoderne Architektur neben klassizistischer Museumsinsel, DDR-Charme neben frisch saniertem Altbau, abgeranzte U-Bahn-Station neben Sternenhimmel-Decke. Berlin ist für mich keine Stadt, die auf Hochglanz poliert ist und glänzt. Es ist eher eine, die man fühlt. Und dann entweder mag, oder eben nicht.

Wir mögen sie. Und wir kommen wieder, der Weg ist ja zum Glück nicht weit für uns aus Dresden!



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