
Wir lieben es, mit unseren Kindern in der Sächsischen Schweiz wandern zu gehen. Das Schönste dabei ist: Wir müssen für keine der Touren ein Auto ausleihen oder vor Ort nach einem freien Parkplatz suchen, denn S-Bahn, Fähren und Buslinien bringen uns ganz bequem an den Ausgangspunkt. Auch einen Rundweg müssen wir uns nicht heraussuchen, sondern steigen einfach an einem anderen Bahnhof wieder in die S-Bahn.
Deshalb kommen hier unsere familienfreundlichen Lieblingstouren im Elbsandsteingebirge, die auch ihr direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könnt. Alle selbst gewandert und von unseren Kindern für abenteuerlich befunden. Hier sortiert nach aufsteigender Streckenlänge.
Rauenstein – kurz und kompakt für einen ersten Ausflug
Der Rauenstein eignet sich gut, wenn ihr nur einen halben Tag Zeit habt oder die Runde erst einmal ganz entspannt angehen wollt. Der Aufstieg von Stadt Wehlen aus führt steil über Tritte und Leitern nach oben. Dort angekommen verbinden schmale Brücken die einzelnen Felsformationen zu einem kleinen Abenteuerpfad zwischen den Aussichtspunkten. Der Blick reicht bis zur Festung Königstein auf der einen und zur Bastei auf der anderen Seite. An nebligen Tagen entsteht dabei eine ganz eigene, stille Stimmung, wie wir sie bei unserem Besuch im Winter erleben durften.
Wer nach dem Gipfel direkt wieder nach Rathen absteigt, ist die kurze Variante gewandert. Für alle, die noch etwas mehr Zeit mitbringen, lohnt sich der Rückweg über die Bärensteine: breite Waldwege führen von dort gemütlich zurück nach Wehlen. Egal ob ihr euch für die große oder kleine Tour entscheidet, habt ihr unterwegs die Chance in der Felsengaststätte Rauenstein mit Blick ins Elbtal einzukehren.
Start- und Zielpunkt Stadt Wehlen ist mit der S-Bahn problemlos ohne Auto erreichbar, ebenso die Alternative über Rathen.
Zum Artikel: Wandern am Rauenstein
Streckenlänge: 4 km (mit Rückweg über die Bärensteine 8,5 km)

Lilienstein – der markante Tafelberg
Egal, wo wir uns in der sächsischen Schweiz auch befinden, den Lilienstein erkennen wir wirklich immer auch von Weitem. Sein flaches Plateau und die steil abfallenden Hänge machen ihn zu einem Tafelberg wie aus dem Bilderbuch. Der Aufstieg über den Südweg hat es zwar in sich, führt aber über Stufen, Wurzeln und kleine Höhlen, sodass Kinder unterwegs immer wieder etwas zu entdecken haben. Oben angekommen öffnet sich der Blick weit über das Elbtal, mit gesicherten Aussichtspunkten, zwei historischen Obelisken und der Möglichkeit, in der Felsbaude einzukehren. Der Abstieg über den Nordweg führt durch moosbewachsenes, schattiges Gelände und rundet die Tour landschaftlich ab.
Praktisch für Familien ohne Auto: Die S-Bahn bringt euch bis Königstein, eine kleine Fähre setzt von dort direkt über die Elbe fast an den Fuß des Berges.
Zum Artikel: Familienwanderung auf den Lilienstein
Streckenlänge: 5 km

Bastei – der Klassiker mit Geschichte
Die Bastei ist wohl die bekannteste Wanderung der Sächsischen Schweiz und das aus gutem Grund. Der Aufstieg von Rathen aus führt vorbei an der Felsenburg Neurathen bis zur berühmten Basteibrücke, von der aus sich ein Blick über das Elbsandsteingebirge eröffnet, der schon Maler und Dichter des 19. Jahrhunderts begeistert hat.
Richtig spannend wird es beim Abstieg durch die Schwedenlöcher: enge, moosbewachsene Felsspalten, unzählige Treppenstufen und jede Menge Raum für Fantasie, denn hier versteckte sich einst die Bevölkerung vor schwedischen Truppen. Am Amselsee lässt sich die Tour entspannt ausklingen, bevor es zurück nach Rathen geht.
Die Kombination aus Aussicht, Geschichte und Abenteuer macht diese Tour zum idealen Einstieg für Familien, die die Region neu entdecken. Und auch ohne Auto ist die Bastei bestens erreichbar: Die S-Bahn hält direkt in Rathen, von dort geht es mit der kleinen Fähre über die Elbe zum Start der Wanderung. Wer Ruhe sucht, sollte früh starten, denn an schönen Tagen wird es hier schnell voll.
Zum Artikel: Mit Kindern zur Bastei wandern
Streckenlänge: 6 km

Prebischtor – das Naturwunder hinter der Grenze
Für alle, die auch mal über die Grenze nach Tschechien schauen möchten, lohnt sich der Weg zum Prebischtor, dem größten natürlichen Sandsteinbogen Europas. Die ersten Kilometer entlang der Straße durch Hřensko sind zugegebenermaßen wenig spektakulär, dafür wird die Landschaft mit jedem Höhenmeter eindrucksvoller. Am Ziel angekommen erwartet euch nicht nur das imposante Felsentor selbst, sondern auch mehrere Aussichtsplattformen mit Blick über die Böhmische und Sächsische Schweiz sowie ein Ausflugslokal mit überraschend guter tschechischer Küche.
Diese Tour lebt weniger vom Weg als vom Ziel und eignet sich besonders für Familien, deren Kinder schon etwas ausdauernder unterwegs sind. Auch der Grenzübertritt gelingt entspannt ohne Auto: Die S-Bahn bringt euch bis Schöna, eine Fähre setzt über die Elbe und seid ihr direkt in Hřensko, wo eure Wanderung zum Prebischtor startet.
Zum Artikel: Wanderung zum Prebischtor
Streckenlänge: 9 km

Schrammsteine – der Abenteuerspielplatz für Ausdauernde
Wer auf der Suche nach einer abenteuerlich-spannenden Tour im Elbsandsteingebirge ist, sollte die Schrammsteine nicht auslassen. Von Bad Schandau geht es über den historischen Personenaufzug und einen verwunschenen Waldweg zum Schrammtor, bevor über enge Felsspalten, Leitern und Treppen der eigentliche Höhepunkt beginnt: der Gratweg mit seinen schmalen Pfaden, steil abfallenden Felswänden und Ausblicken, die sich hinter jedem Felsen neu zusammensetzen.
Unsere Kinder haben diesen Weg geliebt, weil er sich anfühlt wie ein riesiger Kletterparcours mitten in der Natur. Nach dem Abenteuer auf dem Grat führt der Rückweg gemütlicher nach Schmilka, wo sich der Ausflug mit einem Eis oder einer Rast am Mühlrad ausklingen lässt.
Diese Tour ist die längste in dieser Übersicht, dafür bietet sie auch am meisten Abwechslung für einen ganzen Wandertag. Start und Ziel liegen mit Bad Schandau und Schmilka an zwei S-Bahn-Stationen, sodass sich die Runde auch als Streckenwanderung ganz ohne Auto planen lässt.
Zum Artikel: Schrammsteine mit Kindern
Streckenlänge: 11,5 km

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