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Sieben Wasserfälle in Südisland und wie wir sie mit unseren Kindern erlebt haben

7 spannende Wasserfälle in Südisland mit Kindern entdecken - den Háifoss am RAnd des Hochlands bestaunen

Island – das Land aus Feuer und Eis. Und wisst ihr was passiert, wenn man beides zusammenbringt? Richtig! Es entsteht viel Wasser. Also richtig viel Wasser. Tatsächlich habe ich noch nie so riesige Wassermengen gesehen, wie in Island. Schätzungsweise 10.000 Wasserfälle sollen auf der Insel zu finden sein. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn die meisten davon haben keine Namen, sind ganz klein oder fließen nur bei Regen oder Gletscherschmelze.

Und dann gibt es noch die Großen. Die Imposanten, die Hohen, die Breiten, die Wasserreichen, die Bekannten direkt an der Ringstraße. Kurz: Die, die auf irgendeine ganz spezielle Art und Weise richtig was hermachen.

Während unserer Reise haben wir einige Vertreter der Wasserfälle in Südisland kennengelernt. Nach den ersten beiden hatte ich noch die Idee diesen Artikel wie eine Art Ranking aufzustellen. Spätestens beim dritten oder vierten war diese Idee nur noch Schnee von gestern. Jeder von den Wasserfällen, die wir uns angesehen haben, war auf seine ganz eigene Art besonders. Wie eigenständige Persönlichkeiten, die alle ihre Eigenarten und Vorzüge zur Schau stellen.

Von daher ist dieser Artikel weniger ein Ranking und mehr eine Aneinanderreihung absolut sehenswerter Orte entlang der Ringstraße, im Golden Circle und zum Teil auch etwas abseits. Und damit ich auch wirklich nicht in Verlegenheit komme, hier in irgendeiner Form eine Bewertung vorzunehmen, sind sie in alphabetischer Reihenfolge sortiert.


Faxafoss – ruhiger Nachbar am Campingplatz

Der Faxafoss, oder Faxi wie er liebevoll genannt wird, liegt direkt an der Golden Circle Route mitten im touristischen Herzen Südislands und damit in unmittelbarer Nähe zu bekannten Spots wie dem Strokkur Geysir. Er ist zwar nur 7 Meter hoch, dafür aber ganze 80 Meter breit, was ein wirklich sehr beeindruckendes Bild abgibt.

Direkt daneben befindet sich ein recht großer Campingplatz im Grünen auf dem wir eine Nacht verbracht haben. Deshalb konnten wir den Faxafoss einmal abends und einmal vormittags ohne Trubel bewundern. Dass es tagsüber viel voller wird, halte ich jedoch für unwahrscheinlich, da die meisten zum großen Gullfoss direkt um die Ecke pilgern und dann weiterreisen.

Spannend zu wissen: der Faxafoss in ein Wasserfall des Flusses Tungufljót, in dem sehr viele Lachse leben. Deshalb befindet sich in direkter Nähe eine Lachstreppe, die den Fischen hilft, den Höhenunterschied zu überwinden. Entsprechend beliebt ist dieses Gebiet auch bei Anglern, von denen wir auch zwei begegnet sind.


Gullfoss – der Gigant im Golden Circle

Der „goldene Wasserfall“ im Golden Circle kann ja nur besonders sein, vor allem, weil er offiziell zu den imposantesten Naturwundern Islands gezählt wird. Und ja – er ist sehr eindrucksvoll! Über zwei einzelne Kaskaden, die fast im rechten Winkel zueinander stehen, donnern im Sommer bis zu 140 Kubikmeter Wasser jede Sekunde in eine 70 Meter tiefe Schlucht. Da wir von den Wegen den Grund nicht sehen konnten, wirkte es fast so, als würde das Wasser ins bodenlose stürzen.

Da der Gullfoss eines der touristischen Highlights der Insel ist, wird es entsprechend voll. Wir kamen am frühen Abend, als sich die meisten Gruppen schon auf dem Heimweg befanden. Der Zeitpunkt war perfekt, da die Sonne hinter uns stand und einen wundervollen Regenbogen in die Gischt zauberte.

Es gibt verschiedene Wege, von denen ihr immer wieder einen neuen Blickwinkel auf den Wasserfall habt. Geht auf jeden Fall bis ganz nach vorn auf die Felsen und vergesst eure Regensachen nicht. Es wird auch bei Sonnenschein nass. 😉

Anfang des 20. Jahrhunderts sollte hier ein Wasserkraftwerk gebaut werden. Erst als die Isländerin Sigríður Tómasdóttir nach jahrelangem Kampf damit drohte, sich in den Wasserfall zu stürzen, sah man von den Plänen ab. Ein Denkmal am oberen Aussichtspunkt erinnert daran.

Und noch eine nützliche Info zum Schluss: Am Gullfoss bezahlt ihr überraschenderweise keine Parkgebühren.


Háifoss – der Einsame am Rand des Hochlands

Weit abseits vom Golden Circle am Rande des südlichen Hochlands befindet sich ein Wasserfall, der uns vor allem durch seine schroffe Lage im Gedächtnis geblieben ist – und durch die abenteuerliche Anfahrt zum Parkplatz. Nachdem es über eine einsame Straße mit grandiosen Aussichten immer weiter Richtung Hochland ging, sind die letzten 8km die reinste Schotterpiste. Die Benutzung eines 4×4 Allradantriebs ist zwingend erforderlich.

Mit einer Fallhöhe von 122 Meters ist der Háifoss einer der höchsten Wasserfälle Islands. Die Felswände des Canyons zeigen Basaltsäulen und Lavaschichten, die durch Eruptionen des nahen Vulkans Hekla vor Jahrtausenden entstanden sind. Das sieht wunderschön aus. Dank seiner abgeschiedenen Lage wurde der Wasserfall erst vor etwas mehr als 100 Jahren entdeckt.

Vom kostenlosen Parkplatz aus sind es nur ein paar Gehminuten bis zur Klippenkante. Ich schreibe hier bewusst nicht „Aussichtsplattform“, denn es gibt keinerlei Absperrungen – nicht besonders angenehm für Leute mit viel Respekt vor der Höhe. 😉 Die Sicht auf den langen Wasserfall hatte ich aber auch mit genügend Sicherheitsabstand zum Abgrund.

Ein anspruchsvoller und steiler Weg (ca. 2km) führt bis nach unten zum Grund des Canyons. Mit den Kindern sind wir den Weg nicht gewandert, da wir auf dem Rückweg den originalgetreuen Nachbau des historischen Wikingerhofes Þjóðveldisbær anschauen wollten.

7 spannende Wasserfälle in Südisland mit Kindern entdecken - riesiger Háifoss ohne Touristentrubel


Seljalandsfoss – Achtung es wird nass!

Schon Monate vorher zierte ein Bild dieses besonderen Wasserfalls den Hintergrund meines Arbeitslaptops. Denn hier kann man hinter dem Wasser entlanglaufen – wie cool ist das denn? Vor Ort empfand ich es zwar noch immer als außergewöhnlich, aber nicht ganz so außergewöhnlich wie erhofft.

Zum einen besuchten wir den Seljalandsfoss bei Regen. Das ist prinzipiell keine schlechte Idee, weil man sowieso beim Durchlaufen nass wird. Trotzdem haben uns die anderen Wasserfälle gezeigt, wie viel schöner sie aussehen können, wenn Sonnenlicht ins Spiel kommt.

Zum anderen ist dieser Wasserfall direkt an der Ringstraße wirklich sehr bekannt und seeehr touristisch. Direkt daneben (=ca. 5 Minuten zu Fuß – immer den Menschenmassen folgen) stürzt der Wasserfall Gljúfrabúi in die Tiefe. Versteckt gelegen in einer engen Schlucht kommt man nur dorthin, wen man durchs eiskalte Wasser läuft.

Wobei versteckt gelegen hier heißt „von außen nicht sichtbar“ und nicht, dass keiner davon wüsste. Denn es gab tatsächlich eine Schlange! Viele Menschen warteten darauf, den schmalen Eingang zu passieren, auf dem Felsen zu posieren und ein Foto zu machen. Damit ist der Gljúfrabúi das größte Opfer des Instagram-Hypes um Island, das wir unterwegs gefunden haben.


Skógafoss und unser Tanz über den Regenbogen

Ebenso wie der Seljalandsfoss liegt auch dieser Wasserfall direkt an der Ringstraße. Entsprechend findet ihr auch hier eine ausgebaute Infrastruktur für Touristen mit Parkplatzgebühren und Toiletten. Und obwohl ebenso viele Menschen unterwegs waren, fühlte es sich doch komplett anders an. So anders, dass der Besuch des Skógafoss es sogar in meine Liste der Lieblingsmomente in Island geschafft hat.

Na klar spielte dabei auch das Wetter eine Rolle. Statt Regen begrüßte uns dieser Wasserfall bei strahlendem Sonnenschein, der zwei farbenfrohe Regenbögen in die Gischt malte. Zusätzlich lud das schöne Wetter und die Uhrzeit (es war unser letzter geplanter Stopp am Nachmittag) zum Verweilen ein. Über eine Treppe gelangten wir an die obere Kante des Wasserfalls und wurden mit einem beeindruckenden Blick bis zum Atlantik belohnt.

Bei unserem Besuch entstand eine kleine Insel direkt vor dem Wasserfall – also Schuhe aus und los! Das Wasser war zwar richtig kalt und hat uns in kürzester Zeit jede einzelne Nervenzelle im Fuß betäubt, aber ich würde es immer wieder machen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit über einen Regenbogen zu laufen?


Stjórnarfoss – wo die Isländer baden gehen

Dieser Wasserfall hat es uns wirklich angetan. Direkt um die Ecke vom Campingpatz Kleifar gelegen, wollten die Kinder hier sogar unseren Pausetag verbringen und Staudämme bauen. Andere nutzten das warme Wetter, um dort zu baden und isländische Jugendliche sprangen so selbstverständlich von den Felsen direkt in das Becken unter dem Wasserfall, als würden sie das jeden Tag tun.

Mit seinen knapp 15 Metern Höhe ist der Stjórnarfoss kein besonders großer Wasserfall, aber das Wasser aus der engen Schlucht breitet sich fächerförmig über eine abgerundete Basaltklippe aus. Und das sieht schon sehr beeindruckend aus und lockte während unseres Besuchs auch mehrere Künstlerinnen an. Außerdem war wirklich wenig los, weshalb wir euch einen Besuch absolut empfehlen können, wenn ihr etwas Abstand zu den Touristenmassen im Sommer auf Island braucht.

7 spannende Wasserfälle in Südisland mit Kindern entdecken - Stjornarfoss hier baden Isländer und springen vom Wasserfall


Svartifoss und sein Amphitheater aus Basalt

Dieser Wasserfall ist optisch gesehen ein ganz besonderer Anblick, denn er ist von Basaltsäulen umrahmt, die perfekte Sechsecke bilden. Entstanden sind sie durch das extrem langsame Abkühlen von Lavaströmen. Die halbrunde Felsformation wirkt wie ein natürliches Amphitheater, das das Rauschen des Wassers um ein vielfaches verstärkt.

Svartifoss liegt im Naturreservat Skaftafell – einer grünen Oase inmitten der sonst eher kargen Vulkanlandschaft. Die Wanderung zum Wasserfall ist etwa 1,5 Kilometer lang, dauert aber vor allem mit Kindern gut eine Stunde nach oben, da es doch recht steil bergan geht. Wie gut, dass der Weg nicht langweilig ist und wir unterwegs noch an zwei weiteren Wasserfällen vorbeikamen.

Am Nachmittag hatten wir bestes Licht, um den Wasserfall zu fotografieren. Das könnt ihr direkt von der Aussichtsplattform oder vom Flussbett aus. Zum Schutz der Natur und wegen Steinschlaggefahr ist das Betreten des Flussbettes direkt unter dem Wasserfall verboten. Und wenn ich mir die abgebrochenen Säulen im Wasser so anschaue, halte ich das für eine kluge Idee… 😉

Was aber geht – und was auch viele gemacht haben – in einiger Entfernung auf den Felsen im Wasser eine Snackpause einlegen. Bei Sonnenschein auch gern mit den Füßen im Wasser.

7 spannende Wasserfälle in Südisland mit Kindern entdecken - beeindruckender Svartifoss mit seinen sechseckigen Basaltsäulen


Wasserfälle in Südisland – so verschieden wie die Landschaften um sie herum

Was uns am Ende im Gedächtnis bleibt, sind vor allem die Bilder aus diesen Tagen: nasse Füße auf dem Regenbogen, Kinder, die im Schatten eines wilden Wasserfalls Staudämme aus Steinen bauen und eine einzelne Frau, die vor über hundert Jahren einen Wasserfall rettete. Jeder dieser Wasserfälle hatte seinen eigenen Charakter und genau deshalb wird uns jeder einzelne von ihnen auf seine ganz eigene Art in Erinnerung geblieben.

Am Ende hängt das Erlebnis eurer eigenen Reise zu den Wasserfällen in Südisland von vielen Faktoren ab, allen voran vom Wetter. Zwei Tage Regen reichen aus, damit vom Weg am Skógafoss kaum noch etwas übrig bleibt, von der kleinen Insel direkt vor dem Wasserfall ganz zu schweigen. Bleibt die Sonne aus, bleiben auch die Regenbögen aus, die uns am Gullfoss und am Skógafoss so verzaubert haben. Und liegen Schnee und Eis auf der Straße, wird der Weg zum Háifoss erst gar nicht geräumt, sodass ihr euch die abenteuerliche Anfahrt am besten für die wärmeren Monate aufhebt.

Plant für eure Route deshalb auch etwas Puffer für das Wetter ein und informiert euch unterwegs über die Safetravel-App.



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3 Kommentare zu „Sieben Wasserfälle in Südisland und wie wir sie mit unseren Kindern erlebt haben“

  1. Pingback: Island mit Kindern - 10 unvergessliche Lieblingsmomente

  2. Als ich vor ein paar Jahren mit meiner Tochter in Norwegen unterwegs war, haben wir auch einige Wasserfälle gesehen! Aber nicht zu vergleichen mit denen, die Ihr bestaunen durftet! Wow, einen 80 m breiten! Einen, unter dem man durchgehen kann und dann auch noch der Tanz über den Regenbogen! Das sind Erlebnisse, die man wohl nie vergessen wird!

    Ganz ganz toll!
    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ich glaube auch, dass uns die Bilder in den Erinnerungen noch seeehr lange begleiten werden.
      Vor allem, da ich noch nie Wasserfälle gesehen habe, die größer waren als ein kleines Rinnsal…
      und alle ersten Male im Leben bleiben nochmal stärker im Gedächtnis. 🙂

      Liebe Grüße, Lisa

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