
Und wieder ist ein Monat herum! Dieses Mal war meine Vorfreude auf die neue Schreibeinladung von Christiane besonders groß. Ebenso die Hoffnung, dass die Wortspende meine Fantasie etwas mehr beflügeln würde als der Putzmacher des letzten Monats. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Dieses Mal durften die Begriffe Sommerzeit – sticheln – struppig in einer abc.Etüde mit maximal 300 Wörtern verbastelt werden. Allein beim Blick aus dem Fenster zogen gleich unzählige Ideen und Bilder durch meine Kopf. Herrlich! Gleichzeitig erlebte ich dieses Mal etwas ganz Besonderes. Eine mir schon sehr bekannte Figur in meinem Kopf quietschte entzückt auf und forderte lautstark meine Aufmerksamkeit. Und wenn sie uns schon so freiwillig an ihren Gedanke teilhaben lassen will, dann erteile ich ihr natürlich gern das Wort.
Also: Vorhang auf für die kleine, quirlige Marie. Ein Mädchen von dessen Mut und Tatendrang ich mich auch im Alltag gern ein bisschen anstecken lasse.
Die Sonne kitzelte Maries Gesicht, als sie auf der hölzernen Bank hockte. Sie hob die Nase nach oben und ihre Wangen glühten vor Wärme. Auf ihrer Zunge lag noch ein letzter Rest des süßen Geschmacks der Äpfel, die sie vor kurzem mit den anderen Kindern geteilt hatte. Blinzelnd sah sich um. Die anderen Kinder spielten gerade Fangen und rannten in alle Himmelsrichtungen davon. Nur einer versteckte sich hinter einer struppigen Hecke. Dort wohnte bestimmt ein kleiner frecher Kobold mit riesigen Augen. Marie schüttelte den Kopf und lachte leise. Heute hatte sie keine Lust mitzuspielen. Lieber ließ sie ihre Gedanken durch die Luft fliegen.
Bald war wieder Sommerzeit und Ostern gar nicht mehr so weit entfernt. Marie hüpfte innerlich vor Freude bei dem Gedanken an die nächste Reise. Mallorca! Bestimmt würde sie dort auch ein aufregendes Abenteuer erleben, wie bei ihrem letzten Urlaub in Frankreich. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie an ihren kleinen Freund mit den roten Haaren dachte, der zu Hause auf sie wartete. Hoffentlich hatte er ihr ein paar der Kekse übriggelassen. Wahrscheinlich nicht…
Marie war fest davon überzeugt, dass ab sofort jede Reise eine kleine Schatzsuche sein würde. Ihre Detektiv-Spürnase würde sie schon zu den interessantesten Orten, den ausgefallensten Leuten und den verborgensten Geheimnissen führen. Da konnte ihr Bruder Gabriel so viel sticheln wie er wollte. Kein Augenverdrehen der Welt würde sie davon abbringen, danach zu suchen.
Ihr Lieblingsmoment beim letzten Besuch auf Mallorca war das Aquarium gewesen. Aber dieses Mal wollte sie auf jeden Fall mehr erleben. Wer weiß? Vielleicht begegnete sie einem Einhorn! Marie kicherte und machte sich bereit, die Welt auf den Kopf zu stellen. Alles war möglich. Die Sonne schien ihr ins Gesicht, die Hecke hinter ihr raschelte geheimnisvoll und irgendwo da draußen wartete bereits das nächste Abenteuer auf sie.
Es sind wieder genau 299 Wörter geworden… Das scheint irgendwie meine Zahl zu werden.
Ich liebe es, Marie auf ihren Entdeckungsreisen zu begleiten. Dabei entführt sie mich zu so vielen kleinen Abenteuern, dass ich ihr manchmal kaum folgen kann. Aber sicher ist: Jedes einzelne macht riesigen Spaß!
Marie möchte gern noch von euch wissen, was ihr mal am liebsten erleben wollt. Welches Abenteuer würde euch am meisten begeistern, wenn ihr heute sofort losziehen könntet? Schreibt es gern in die Kommentare – je ausgefallener, desto besser!

Na, dann wünsche ich ihr ganz viel Spaß unterwegs und dass sie dem Einhorn begegnet! Was es ihr wohl sagen mag? 😉
Ist Mallorca auch euer nächstes Ziel?
Danke, dass du wieder mitgeschrieben hast und die Etüden so magst!
Morgenteegrüße 🌤️🎶🛋️🍵
Oh, gute Frage! Ich könnte mir vorstellen, dass das Einhorn Marie ein kleines Geheimnis zuflüstert. Vielleicht den Weg zu einem Ort, den nur besonders neugierige Entdecker finden können?
Aber ja, Ostern geht es für eine Woche dahin. 🙂
Liebe Grüße zurück,
Lisa
So ein phantasievolles Mädchen.
Da braucht es im Zweifelsfall gar keine echten Abenteuer, im Kopf geht sie Party ab.
Ich lebe seit Jahrzehnten mit meinem Erzählvogel auf der Schulter, dem Drachen in der Handtasche und der Fee im Garten.
Ein meerschweinchengroßes Einhorn ist mir auch schon durch die Etüden gehuscht.
Allerdings war mein Leben in den letzten Jahren so abenteuerlich, dass ich am liebsten mit meinen treuen Gefährten irgendwo rumchille.
Aber in Maries Alter war ich definitiv abenteuerhungrig.
Wow, das klingt sehr aufregend!
Ich glaube, dass Menschen mit genug Fantasie immer etwas erleben werden. Auch an den tristesten Orten.
Vielen Dank für deinen Kommentar.
Liebe GRüße, Lisa