
1. Ich wurde an einem Ostermontag in Görlitz geboren – das ist die östlichste Stadt Deutschlands. Meine Familie besitzt dort ein großes Jugenstil-Stadthaus mit neun Mietparteien. Heutzutage würde man das vermutlich ein klassisches Mehrgenerationen-Wohnprojekt nennen.
2. Mit meinem Cousin und meiner Cousine, die im selben Haus aufgewachsen sind, haben wir uns im Vorraum des Fahrradschuppens eine „Spielküche“ eingerichtet. Tisch und Stühle wurden reingestellt, alles weitere mit Kreide an die Wand gemalt.
3. Im Abitur hatte ich als Fächerkombination für die Leistungskurse Mathe – Kunst. Dieser vermeintliche Widerspruch verschafft sich gerade wieder mehr Raum in meinem Leben. Maximale künstlerische Freiheit bei maximaler analytischer Organisation.
4. Durch das Kunstabi bin ich übrigens durchgefallen. Wer kann denn bitte in wenigen Stunden mehrere Meisterwerke erschaffen? Ich nicht. Meine Kreativität ist wie Nudelwasser: braucht lange zum Warmwerden, aber wenn es einmal kocht, dann richtig.
5. Jahrelang bin ich als Kind / Teenager mit meinen Eltern im Sommer immer „nur“ an die Ostsee gefahren. Vielleicht rührt daher auch mein Wunsch, möglichst viele unterschiedlichste Reiseziele zu besuchen und ständig etwas Neues zu entdecken.
6. Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau in einem Möbelhaus gemacht. Zur Vorbereitung der Weihnachtszeit „durften“ die Azubis alle Weihnachtsartikel bepreisen. Den ganzen Glitzer habe ich noch Wochen später einfach überall gefunden.
7. Studiert habe ich Verkehrsigenieurwesen in Dresden. Dort gibt es im Keller ein Eisenbahnbetriebslabor – wie Modelleisenbahn nur in Professionell – außerdem einen Flugsimulator und einen Eisenbahnsimulator. Ich bin sehr stolz, dort 2021 mein Diplom gemacht zu haben. Inzwischen wird der Studiengang auf das Bachelor – Master System umgestellt. Sehr schade.
8. Zur Vorbereitung unserer Hochzeitsreise nach Japan habe ich ein Semester Japanisch belegt. Ich war so motiviert, dass meine Mitschriften am Ende nur noch aus Hiragana bestanden. Den Kurs konnte ich mir sogar fürs Studium anrechnen lassen.
9. Bei besagter Reise war ich im 2. Monat schwanger. Mir wird noch heute schlecht, wenn ich nur an den Geruch der roten Bohnenpaste denke. In der Bergbahn auf dem Weg nach Koyasan zum größten Friedhof Japans hatte ich die ganze Zeit Angst, mich direkt auf die Füße der beiden deutschen Ärzte aus Berlin zu übergeben, die wir dort getroffen haben. Ein Kardiologe und ein Pneumologe, die während der gesamten Fahrt das Bergplateau in der Präfektur Wakayama mit den Tafelbergen in Afrika verglichen.
10. Apropos Japan. Geflogen sind wir mit British Airways über London. Beim Aussteigen in Tokio haben wir etwas getrödelt, weil wir uns noch die höherpreisigen Sitzplätze anschauen wollten. Das endete damit, dass wir von den Piloten ins Cockpit eingeladen wurden. Das war total cool!
11. Die Decken, die sie bei British Airways zum Schlafen verteilten, haben wir übrigens immer noch. Unsere „Flugzeugdecken“ kommen immer dann zum Einsatz, wenn ich davon ausgehe, dass sie schmutzig werden könnten. Sie haben so eine schlammige Farbe. Bis heute stelle ich mir die Frage, ob wir sie nicht ganz eigentlich hätten wieder abgeben müssen.

12. Meinen Mann habe ich in der Tanzschule kennengelernt, das war damals in der 9. Klasse. Das heißt, ich habe inzwischen mehr als die Hälfte meines Lebens mit ihm verbracht.
13. Wir haben die Sache mit dem Tanzen dann bis Super-Gold-Star Rang 3 durchgezogen. Leider haben wir inzwischen fast alles ab dem Goldkurs wieder vergessen.
14. Dennoch bin ich dem Tanzen treu geblieben. Einmal die Woche power ich mich beim Zumba aus. Außerdem habe ich in meinen Vor-Blog-Zeiten K-Pop Tänze mit Tutorials auf YouTube gelernt. Macht riesigen Spaß, ist extrem anstrengend und sah von außen garantiert echt lustig aus. Die Tänze sind schließlich für die ganze Gruppe choreografiert.
15, Als kleines K-Pop-Fangirl und höre momentan ausschließlich koreanische Musik, wenn ich allein bin. Ein Jahreshighlights 2026 sind deshalb unsere Gästelistenplätze für das TWICE-Konzert in Berlin.
16. Ich habe ein Faible für Themen, die die menschliche Psyche betreffen. Wenn ich mal Podcasts höre, dann über Menschen, die offen von ihren Tabu-Themen berichten.
17. Smalltalk fällt mir extrem schwer, tiefgehende Gespräche dafür erstaunlich leicht – selbst mit Menschen, die ich erst seit wenigen Minuten kenne.
18. Mein Kopf liebt „Was-wäre-wenn“-Szenarien. Nicht aus Sorge oder Nervosität, sondern weil ich es liebe schon eine Vielzahl der möglichen Optionen frühzeitig durchzuspielen.
19. Mein Myer-Briggs-Test pendelt sich bei INTJ ein. „Der Architekt“ . Oder anders gesagt: Ich bin eine eigenbrötlerischere Denkerin, die wilde Zukunftsszenarien ausmalt, Entscheidungen wie eine Schachgroßmeisterin kalkuliert und stur an ihrem perfekten Masterplan (oder einer von 10 nicht weniger perfekten Varianten davon) festhält – egal wie chaotisch die Welt drumherum ist.
20. Lesen gehörte schon immer zu meinen liebsten Hobbys und ist bis heute meine effektivste Form der Entspannung. Bibliotheken waren schon immer mein Lieblingsorte und ich war bestimmt drei Mal in der Woche dort. Die ehemalige Jugendbibliothek in Görlitz hatte ein goldenes verschnörkeltes Eingangtor. Sehr stilvoll.
21. Mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen kommt für mich nicht infrage. Außerdem würde ich nie ein Buch abbrechen, nur weil es nicht meinen Geschmack trifft. Das fühlt sich für mich respektlos gegenüber der Arbeit der Autorin oder des Autors an.
22. Gute – und vor allem überraschende – Wendungen sind in Büchern und Filmen für mich unverzichtbar. Wenn sich der große Plottwist allerdings schon im zweiten Kapitel offensichtlich andeutet, kann mich die Geschichte, egal wie gut sie auch ist, nicht mehr richtig packen.
23. Ich hatte nie Schwierigkeiten dem Unterricht zu folgen. Immer, wenn mir langweilig wurde, gingen meine Gedanken auf Reisen und erfanden die wildesten Geschichten. So füllten sich nach und nach ganze Notizbücher mit Ideen, Charakterisierungen und Handlungsverläufen.
24. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Bücher ich angefangen habe zu schreiben. Ideen hätte ich für mindestens 50. Tatsächlich habe ich es am 31.12.2025 geschafft, mein erstes zu beenden.
21. Ich habe kein Lieblings-irgendwas. Bei Büchern, Filmen, Eissorten, Farben, usw. kann ich mich einfach nicht entscheiden, weil alles seine Besonderheiten hat.
25. Ich gewinne sehr oft bei (Brett-)Spielen, weil ich unverschämtes Glück habe. Außer bei Denkspielen – da gewinne ich tatsächlich, weil ich richtig gut darin bin.
26. Als Kind habe ich oft Titanic geschaut, aber immer nur bis zu dem Moment, an dem das Schiff den Eisberg rammt. Danach habe ich ausgemacht und die Videokassette zurückgespult.
27. Ich habe ein Faible für Filmmusik. Manchmal mache ich mir einen Filmmusik-Radiosender an und versuche die Filme anhand der gespielten Liedern zu erraten.
28. Ich liebe den Geruch von Kaffee (sowohl als Pulver als auch frisch aufgebrüht), trinke ihn aber nicht, weil er mir nicht schmeckt. Damit bin ich die absolute Exotin auf Arbeit im Amt.
29. Scharfes Essen finde ich furchtbar. Warum sollte man sich freiwillig den Mund verbrennen lassen, anstatt sein Essen zu genießen?
30. Ich verabscheue Lakritze, liebe aber Marzipan.
31. Butter hat prinzipiell zu keiner Gelegenheit etwas auf meinem Brot zu suchen.
32. Wenn ich Hunger habe, werde ich zur Diva. Snickers finde ich trotzdem absolut nicht lecker.
33. Ich trinke weder Alkohol, noch rauche ich, noch nehme ich Drogen. Nein, auch kein Marihuana. Das steht für mich zu sehr für eine ungesunde Lebensweise und ich bin ein absoluter Kontrollfreak. Allein schon der Gedanke an einen Kontrollverlust löst bei mir Angst aus.
34. Manchmal putze ich mit den Kindern schon die Zähne. Und dann freue ich mich später über die „gewonnene Zeit“, wenn ich selbst ins Bett gehe.
35. Seit meinem Studienbeginn 2014 haben wir kein Auto und vermissen es auch nicht. Mobil zu sein, ohne eines zu brauchen, ist für uns absoluter Luxus. Weniger Mental Load, weniger Kosten.
36. In den Urlaub fahren wir deshalb meistens mit der Bahn. In unserem Schwedenurlaub haben wir insgesamt 12 verschiedene Verkehrsmittel genutzt: ICE, Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Schmalspurbahn, Mietwagen, Bus, Fähre, Tretboot, Traktor-Anhänger und zum Schluss das Flugzeug nach Hause.
37. Unsere Reisen plane ich mit großer Begeisterung oft bis ins kleinste Detail – inklusive Alternativrouten, Zeitpuffer und einer mentalen Sammlung verschiedenster Optionen, falls etwas nicht nach Plan läuft. Vor Ort habe ich dann allerdings kein Problem damit, nur die Hälfte davon umzusetzen, oder völlig neue Orte zu erkunden.
38. Ich liebe es auf Reisen zu fotografieren. Seit ich den Blog betreibe ist die Anzahl der aufgenommenen Fotos regelrecht explofiert. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass zu Weihnachten immer genügend Motive für die selbst gestalteten Kalender vorhanden sind.
39. So sehr Fotografieren und Reisen für mich auch zusammengehört – mit der Nachbearbeitung von Fotos kann man mich jagen. Ein wenig an Belichtung und Kontrasten zu drehen geht noch, afür alles Weitere fehlt mir jegliche Motivation.
40. Ich kann auf spiegelglatten Flächen laufen ohne auszurutschen. Dabei schaffe ich es sogar meinen Mann zu beobachten, der alle drei Schritte fast das Gleichgewicht verliert.
41. Ich kann Karate. Zumindest habe ich es bis zu meinem 13. Lebensjahr aktiv betrieben und es ist mit Sicherheit viel hängen geblieben. Überlegt euch also lieber gut, was ihr unter meine Beiträge kommentiert. 😀
42. Ich gehe nicht gern zum Friseur. Jedes Mal, wenn ich auf diesem Stuhl sitze, habe ich das Gefühl, man erwartet ein Gespräch von mir. Dabei will ich einfach nur die Augen zumachen und entspannen. Als Lösung lasse ich mir die Haare meist zwei Jahr wachsen und schneide dann sehr viel ab, um sie zu spenden. Die ungläubigen Blicke der Friseurinnen sind unbezahlbar.
43. Ich wollte schon immer ein Instrument spielen können. Leider bin ich weder musikalisch über die Maße begabt, noch ehrgeizig genug, um sehr lange zu üben. Deshalb verstaubt nun eine Gitarre bei uns im Schlafzimmer, die ab und zu von meiner Tochter benutzt wird.
44. Jeder freut sich über Blumen? Falsch. Ich will ihnen weder beim Verwelken zusehen, noch finde ich das dafür ausgegebene Geld gerechtfertigt. Außerdem habe ich absolut gar keinen grünen Daumen.
45. Ich bin der Inbegriff eines Morgenmenschen. Ausschlafen bedeutet bei mir, spätestens um 8 Uhr aufzustehen.
46. Ich habe eine sehr diffuse Höhenangst, die manchmal mehr und manchmal weniger auftritt. Besonders schlimm sind hohe, offene und wackelige Konstruktionen mit niedrigem Geländer und viel Wind – Hölle! Trotzdem gehe ich in 98% der Fälle hoch, weil ich die Aussicht von oben so sehr liebe.
47. Ich mag keine Übernachtungen im Zelt. Zu hell, zu laut, zu eng und zu unbequem. Wie das für mich im Campervan wird, zeigt sich im Sommer 2026.
48. Ich meide Menschenmengen, wo alle unkontrolliert durcheinanderlaufen (Weihnachtsmärkte, Stadtfest, …). Konzerte sind dagegen kein Problem.
49. Seit Handys Smartphones heißen und nicht mehr in die Hosentasche meiner Jeans passen, verlege ich es ständig. Für jemanden wie mich wurde die Funktion „Telefon finden“ am Fitnesstracker erfunden.
50. Die 151 Pokémon der ersten Generation bekomme ich noch immer problemlos vollständig zusammen. Eine meiner liebsten Anime-Serien war und ist allerdings Detektiv Conan.
Liebe Lisa,
was für eine beeindruckende Liste. Punkt 17 und 18 kann ich absolut teilen, das geht mir auch so.
Lesen ist für mich ebenfalls eine absolute Entspannung und gehört jeden Tag dazu. Allerdings lese ich oft mehre Bücher parallel, je nachdem wie gerade meine Stimmung ist.
Hallo Nicole,
danke dir für deine lieben Worte. Spannend, dass man immer ein paar Punkte findet, in denen man sich ähnelt.
Deshalb liebe ich solche persönlichen Artikel.
Viele Grüße, Lisa
Hallo Lisa,
da habe ich doch tatsächlich ein paar Gemeinsamkeiten entdeckt! Ich mag auch keine Butter auf Brot, bzw. schmiere sie nur ganz zart rauf, wenn ich mal Tomatenbrot esse! Ansonsten immer ohne! Ich hatte auch bis zum Studienbeginn ein Auto, dann gab’s das Semesterticket und ich bin lieber umsonst durch die Gegend gefahren! Und beim Friseur war ich seit Jahren nicht mehr! Auch wegen der erwarteten Gespräche und weil das Ergebnis nie so wird, wie ich es gern hätte! Ich hatte schon so oft das Gefühl, dass mit Absicht mehr abgeschnitten wurde als ich wollte! Seitdem lasse ich nur noch meine Tochter an meine Haare 🙂
Liebe Grüße
Jana
Liebe Jana,
das würde mir auch gefallen, wenn meine Tochter mir die Haare schneidet und ich gar nicht mehr zum Friseur müsste. Da muss ich allerdings noch ein bisschen warten (So mindestens 10 Jahre), sonst wird das Ergebnis vermutlich auch nicht so, wie erwartet… 😉
Tatsächlich habe ich zu Corona-Zeiten meinem Sohn mal die Haare geschnitten. Sah am Ende für den ersten Versuch gar nicht schlecht aus – hat auch „nur“ 45 Minuten gedauert.
Viele Grüße, Lisa