
Neulich stieß ich in einer Reiseblogging-Facebook-Gruppe auf eine Frage, die mich seitdem nicht mehr loslässt. Sollte es ein Zertifikat für Blogs geben, die komplett frei von KI sind? Auf den ersten Blick klang das theoretisch, fast ein bisschen überflüssig. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: KI ist längst in unserem Alltag angekommen – und sie berührt auch den Ort, an dem ich Geschichten über Familienreisen erzähle.
Ich selbst habe vor einigen Monaten begonnen, mit KI-Tools zu experimentieren. Zunächst vorsichtig und neugierig, fast wie beim Durchblättern eines neuen Reiseführers. Die Ergebnisse überraschten mich. Ideenfindung, Gliederungen für Blogartikel, kleine Optimierungen beim Schreiben wie das Streichen von Wiederholungen oder Füllwörtern – all das ließ sich damit deutlich schneller erledigen. Selbst Impulse für Social Media oder Keywords konnte ich so sammeln.
Dieser Artikel hier ist deshalb ein kleines Experiment. Ich habe eine KI mit vielen Informationen über mich, meinen Blog und meine Haltung gefüttert und sie gebeten, meine Meinung zum Thema KI im Familienreiseblog zu formulieren. Der gesamte Text dieses Artikels wurde anschließend von der KI geschrieben – ohne dass ich einzelne Formulierungen verändert habe. Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, seid ihr also schon mittedrin.
Nun frage ich mich beim Schreiben (lassen): Wie nah kommt dieser Text wirklich an meine Stimme heran? Und wie viel Persönlichkeit bleibt, wenn Algorithmen beim Texten helfen? Wie nutze ich sie, ohne dass meine Geschichten, meine Erfahrungen und meine Verantwortung als Bloggerin verloren gehen?
Was bedeutet KI eigentlich für Reiseblogs?
Wenn wir von KI im Blogging sprechen, geht es längst nicht mehr nur um automatische Texterstellung. Künstliche Intelligenz kann heute viele Aufgaben unterstützen: beim Strukturieren von Artikeln, beim Formulieren oder Überarbeiten von Absätzen, bei der Keyword-Recherche, der SEO-Optimierung oder beim Erstellen von Grafiken und Illustrationen. Auch Redaktionsplanung, Themenfindung und die Organisation von Inhalten lassen sich damit effizienter gestalten. Es gibt sogar komplette Blogartikel darüber, wie eine KI Blogartikel schreiben kann.
Gerade im Reiseblogging, wo Recherche, Reisen, Schreiben, Bildbearbeitung und Social Media zusammenkommen, kann das eine spürbare Entlastung sein. KI hilft, Gedanken zu sortieren, erste Entwürfe zu strukturieren oder Informationen schneller zusammenzufassen. Sie übernimmt technische und organisatorische Schritte im Hintergrund.
Wichtig bleibt jedoch die Unterscheidung: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für echte Erfahrungen. Sie kann Fakten zusammentragen und Texte sprachlich glätten, aber sie war nicht vor Ort. Sie kennt weder die Stimmung in einer Unterkunft noch die Dynamik eines Tages mit Kindern in einer fremden Stadt. Leserinnen und Leser erwarten authentische Geschichten, persönliche Einschätzungen und nachvollziehbare Empfehlungen. Genau hier liegt der Kern eines Reiseblogs.

Die Chancen von KI für Reiseblogger und Reisebloggerinnen
Wenn man KI bewusst einsetzt, kann sie den Alltag erleichtern. Ich habe drei Bereiche identifiziert, in denen sie mir persönlich sehr nützlich ist.
Unterstützung beim Schreiben
Texte zu strukturieren, Ideen für neue Artikel zu sammeln oder Formulierungen zu überarbeiten, kann viel Zeit kosten. Hier springt KI ein:
- Sie schlägt Gliederungen vor, die logisch und leserfreundlich sind.
- Sie liefert neue Themenideen, passend zur Jahreszeit oder aktuellen Trends.
- Sie hilft beim Überarbeiten, indem Wiederholungen oder Füllwörter reduziert werden.
- Sie strafft längere Passagen, ohne dass der Inhalt verloren geht.
- Sie bietet alternative Formulierungen, wenn mir ein Satz noch nicht rund erscheint.
Für mich bedeutet das vor allem Zeitersparnis bei der Handarbeit. Meine persönliche Handschrift bleibt erhalten, weil ich entscheide, welche Formulierungen passen, welche Beispiele ich einfüge und wie die Tonalität klingt.
Recherche und Organisation
Wenn ein neues Reiseziel auf unserer Planungsliste steht, kann die erste Informationsbeschaffung viel Zeit kosten. KI kann hier eine nützliche Unterstützung sein, indem sie einen groben Überblick liefert und hilft, die Informationen zu strukturieren. Sie kann zum Beispiel:
- die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zusammenfassen
- mögliche Aktivitäten oder Routenvorschläge ordnen
- einen ersten Eindruck von Unterkünften oder Rahmenbedingungen geben
Damit lassen sich die ersten Ideen sammeln und ein Gefühl für das Ziel entwickeln. Aber das bleibt wirklich nur der erste grobe Überblick. Die KI war nicht vor Ort und kennt die kleinen, praktischen Details nicht, die eine Familienreise lebendig und realistisch machen. Erst beim Lesen von Erfahrungsberichten anderer Familienblogs bekomme ich ein Gefühl dafür, welche Unterkünfte tatsächlich kindgerecht sind, welche Wege mit Kinderwagen machbar sind oder wo unterwegs kleine Überraschungen warten.
KI kann strukturieren und ordnen, aber die persönlichen Eindrücke, die Atmosphäre und die speziellen Bedürfnisse meiner Familie muss ich weiterhin selbst recherchieren, erleben und einschätzen.
SEO und Sichtbarkeit
Keywords, Meta-Beschreibungen oder Content-Optimierung – das sind typische Aufgaben, bei denen KI helfen kann. Sie liefert zum Beispiel Ideen für passende Suchbegriffe, schlägt Formulierungen für Meta-Texte vor und kann Inhalte auf Lesefreundlichkeit oder Struktur überprüfen. Gerade in Zeiten, in denen der Google-Traffic schwankt, hilft sie, Blogposts klarer aufzubereiten und besser auffindbar zu machen.
Für mich bedeutet das konkret: Ich nutze KI, um erste SEO-Ideen und Strukturhilfen zu bekommen, aber die Inhalte, die Geschichten, die Beispiele – all das, was meine Leserinnen wirklich anspricht – kommt ausschließlich von mir. So wird die Sichtbarkeit unterstützt, ohne dass die persönliche Note oder die Authentizität verloren geht.
Risiken und kritische Punkte für KI beim Reiseblog
Auch wenn KI viele Prozesse erleichtern kann, darf man ihre Grenzen nicht aus den Augen verlieren. Gerade bei persönlichen, sensiblen Themen zeigt sich schnell: KI hat keine Haltung, keine eigenen Erfahrungen und übernimmt keine Verantwortung.
Austauschbare Inhalte
Texte, die stark auf KI basieren, können schnell ähnlich klingen. Wenn viele Blogs dieselben Tools nutzen, entsteht eine Art „Einheitsbrei“ – von Unterkunftsbeschreibungen bis zu Routenvorschlägen. Die Gefahr: der individuelle Charakter des Blogs geht verloren.
Deshalb wird Persönlichkeit jetzt noch wertvoller. Leserinnen kommen zu uns, weil wir unsere Geschichten erzählen, nicht weil die Texte perfekt auf SEO optimiert sind. Sie möchten wissen, wie wir als Familie ein Ziel erlebt haben, welche kleinen Herausforderungen unterwegs auftauchten und wie wir sie gelöst haben. KI kann Struktur liefern, aber sie kann nicht das Chaos nachstellen, wenn ein Kind in der Straßenbahn sein geliebtes Kuscheltier verliert – so wie es meiner Tochter im letzten Liberec-Urlaub passiert ist. Die Eule blieb in der Bahn zurück, und wir mussten improvisieren, um sie wiederzubekommen. Solche Momente sind echt, unberechenbar und machen das Reisen mit Kindern aus.
Verlust der Persönlichkeit
Reiseblogs leben von Erfahrungen, Beobachtungen und Reflexion. Familienreisen sind individuell, oft chaotisch, manchmal wunderbar unvorhersehbar. Leserinnen möchten nachvollziehen können, wie es wirklich war – von kleinen Pannen bis zu den überraschenden Momenten, die eine Stadt lebendig machen. Genau diese Details, die Stimmung unterwegs, das Abwägen von Bedürfnissen und Möglichkeiten, lassen sich nicht programmieren.
KI kann Tonalität imitieren, Sätze umformulieren oder Erlebnisse nacherzählen, die sie kennt. Sie kann den Ablauf einer Sehenswürdigkeit beschreiben oder eine Route berechnen. Aber sie kann nicht fühlen, wie erleichtert wir waren, als wir den Anschlusszug nach Paris trotz Verspätung doch noch erwischten, oder wie unsere Kinder lachend über die Pflastersteine der Altstadt hüpften. Sie kann nicht spüren, wie müde wir abends waren, wie wir spontan eine Pause einlegten oder warum wir eine Entscheidung anders trafen, als der Plan es vorgesehen hätte.
Deshalb bleibt die menschliche Perspektive unverzichtbar. Die Persönlichkeit eines Blogs zeigt sich in Reflexionen, kleinen Anekdoten, Humor und ehrlichen Momenten. Das sind Dinge, die Leserinnen wiedererkennen, sich vorstellen können und die sie emotional binden. KI kann uns Struktur geben, Impulse liefern und Texte glätten – aber die persönliche Handschrift, das Empfinden, die Entscheidungen aus der Praxis, bleiben ausschließlich menschlich.
Apropos Paris – solche ehrlichen Einblicke, wie in unserem Artikel ‚Mini-Kritiker unterwegs‘, kann keine KI generieren.
Transparenz und Authentizität
Gerade bei Familienreisen, wo Vertrauen eine große Rolle spielt, ist Offenheit wichtig. Es geht nicht darum, jeden Einsatz von KI offenzulegen, sondern zu verstehen, wo sie unterstützt und wo meine eigenen Entscheidungen und Erfahrungen den Ton angeben.
KI kann helfen, Texte zu strukturieren, Ideen zu liefern oder erste Entwürfe vorzubereiten. Entscheidungen, Sicherheit und die Verantwortung für Empfehlungen bleiben dabei immer bei mir. Praktisch bedeutet das: Eine vorgeschlagene Route oder eine Idee überprüfe ich genau auf Kinderfreundlichkeit, Machbarkeit und den Spaßfaktor, bevor wir sie umsetzen. So bleibt die Erfahrung authentisch, die Unterstützung durch KI nachvollziehbar, und sie übernimmt niemals die Hauptrolle – sie bleibt ein Werkzeug, kein Ersatz für menschliches Erleben.

KI im Familienreiseblog – ein besonderer Fall
Familienreisen stellen besondere Anforderungen. Eltern suchen verlässliche Informationen, die Sicherheit, Alltagstauglichkeit und emotionale Aspekte berücksichtigen. Niemand sonst kann diese Verantwortung übernehmen – außer der Autorin selbst.
KI kann bei Routenvorschlägen oder Ideen helfen, aber sie liegt oft daneben. Sie kennt die Realität nicht: Wie anstrengend ist ein Aufstieg für die Kinder? Wo brauchen wir unterwegs eine Pause? Welche kleinen Überraschungen oder unerwarteten Stolpersteine warten auf uns? Solche Entscheidungen können nur wir selbst treffen.
Ein gutes Beispiel dafür ist unser Familienurlaub in Paris. Als meine Tochter mit fünf Jahren sagte, dass sie unbedingt nach Paris wollte, war klar: Wir machen das! Die Planung war spannend, aber auch herausfordernd. Wir fuhren mit dem Zug und standen sofort mitten im Pariser Trubel, Metrofahrten mit Gepäck und Kindern inklusive. Schon beim ersten Versuch, mit unseren Koffern durch die Drehkreuze zu kommen, merkten wir, dass keine KI uns für solche Situationen vorbereiten kann. Wir mussten improvisieren, zusammenhalten und kreativ Lösungen finden – Momente, die nur vor Ort und in Echtzeit entstehen.
Meine persönliche Haltung zu KI im Reiseblog
Ich nutze KI bewusst, aber mit klaren Grenzen. Sie ist ein Werkzeug, kein Ersatz für meine Stimme, meine Erfahrungen oder meine Verantwortung.
Beim Schreiben hilft sie mir, Gedanken zu ordnen. Wenn ich vor einer leeren Seite sitze, schlägt sie Gliederungen vor oder liefert Impulse für Themen. Das spart mir Zeit und reduziert die innere Blockade. Auch beim Überarbeiten von Texten ist sie praktisch: Sie kann Sätze straffen, Wiederholungen entfernen oder Formulierungen variieren, sodass der Lesefluss leichter wird. Social-Media-Ideen entstehen oft schneller, wenn ich KI um Impulse bitte. Trotzdem entscheide ich, was tatsächlich gepostet wird und welche Tonalität zu mir passt.
Bei persönlichen Inhalten, sensiblen Empfehlungen oder Texten, die meine Verantwortung betreffen, bleibt alles von mir. Keine KI kann einschätzen, ob ein Wanderweg für meine Kinder machbar ist oder ob eine Route realistisch in den Zeitplan passt. Auch literarische Texte oder Buchprojekte bleiben 100 % menschlich.
Blick in die Zukunft: Wie wird sich Reiseblogging verändern?
Klassische Blogs werden nicht verschwinden. Sie bleiben zentrale Plattformen, um tiefgehende Inhalte zu teilen, persönliche Erfahrungen zu dokumentieren und Familien praktische Orientierung zu bieten. Was sich verändert, ist die Art und Weise, wie Inhalte produziert, recherchiert und gefunden werden.
Persönlichkeit wird zum wichtigsten Differenzierungsmerkmal. Kleine, authentische Blogs können weiterhin ihre Nische bedienen, wenn sie ihre Stärken ausspielen: echte Erlebnisse, persönliche Reflexionen und praxisnahe Tipps. Leserinnen und Leser merken sofort, ob eine Empfehlung aus der Erfahrung stammt oder nur theoretisch klingt. Ein Routenvorschlag, den wir selbst getestet haben, ist anders als die KI-gestützte Variante, die nur Fakten zusammenfasst – selbst wenn sie strukturiert wirkt, fehlt ihr das Gespür für den Alltag mit Kindern.
Gleichzeitig werden vielfältige Traffic-Quellen wichtiger. Social Media, Newsletter oder Community-Building helfen, Leserinnen und Leser direkt zu erreichen, den Kontakt zu halten und langfristige Beziehungen aufzubauen. Wer sich auf mehrere Kanäle stützt, ist flexibler, wenn Suchmaschinen-Rankings einmal schwanken oder sich Algorithmen ändern.
KI wird die Arbeitsprozesse deutlich verändern. Sie kann Struktur schaffen, Recherche vereinfachen und Routineaufgaben übernehmen, zum Beispiel erste Entwürfe vorbereiten, Keywords vorschlagen oder Fakten zusammenfassen. Das spart besonders bei langen Artikeln oder komplexen Themen Zeit und Energie.
Die Zukunft des Reisebloggings liegt also meiner Meinung nach in einer Balance: Technologie nutzen, um Arbeit zu erleichtern, aber die persönlichen Erfahrungen, die kleinen Geschichten und die menschliche Verantwortung immer in den Vordergrund stellen. Nur so entsteht ein Blog, der informiert, inspiriert und Vertrauen schafft – und das nachhaltig.

Fazit: KI als Werkzeug – nicht als Ersatz
Ja, dieser Artikel ist ein kleines Experiment. Ich habe alle Informationen über mich, meinen Blog und meine Haltung in die KI eingespeist – der Text selbst entstand komplett durch die KI. Rechtlich ist das völlig unproblematisch, und für euch bedeutet es vor allem eins: Die Erfahrungen, Geschichten und Empfehlungen stammen von mir, die Worte hat die KI formuliert.
Beim Schreiben (lassen) dieses Textes habe ich mich gefragt: Wie nah kommt er wirklich an meine Stimme heran? Und wie viel Persönlichkeit bleibt, wenn Algorithmen beim Texten helfen? Meine Antwort ist: ziemlich nah, aber nicht vollständig. KI ist ein Werkzeug, das entlastet und inspiriert. Sie erleichtert die Strukturierung und Recherche, aber sie schreibt keine Geschichten aus der Erfahrung heraus. Gerade diese menschlichen Momente, die kleinen Überraschungen und auch die unerwarteten Herausforderungen machen Familienreisen und Familienblogs so wertvoll. Sie lassen sich nicht programmieren, und genau das ist der Unterschied zwischen einem Text, der „nur gut klingt“, und einem Text, der wirklich lebendig ist.
Ich lade andere Bloggerinnen und Blogger ein, sich bewusst mit KI auseinanderzusetzen. Probiert aus, testet, reflektiert – aber lasst euch nicht die eigene Stimme nehmen.
Hättet ihr gemerkt, dass dieser Text KI-gestützt ist? Fühlt er sich anders an? Wie steht ihr zu KI im Blogging – Unterstützung oder Risiko?
Ich bin absolut beeindruckt von der Qualität des Textes, denn ich habe nicht eins der KI-generierten Worte verändert. Das einzige, was ich hier getippt habe, sind die Bildunterschriften. Ich dachte immer ich könnte künstlich erzeugte Texte gut erkennen … Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber ganz ehrlich? Was bei einem fachlichen Blogartikel gut funktionieren mag, ist mir hier für einen persönlichen Meinungsartikel zu glatt. Es fehlt eindeutig an Ecken, Kanten und der damit verbundenen Wiedererkennbarkeit.
Dafür hat die Erstellung dieses Artikels vom ersten Prompt bis zur Veröffentlichung nicht einmal eine Stunde gedauert. Ob diese Zeitersparnis die qualitativen Defizite rechtfertigt, muss wohl am Ende jede/r für sich selbst entscheiden.

Wow, da musst du dir aber echt Mühe gegeben haben mit dem Prompten! Welche KI hast du benutzt? Nicht ChatGPT, oder? Claude? Ich habe ja gerade bei Instagram schon geschrieben, dass ich beruflich viel mit KI Texte (sachliche Informationstexte). Natürlich habe ich auch für Blogbeiträge und literarische Texte damit experimentiert, bin aber unterm Strich nicht überzeugt. Mittlerweile lasse ich manchmal einzelne Absätze schreiben, z.B. in dem Abschnitt über Attraktionen, die noch erwähnenswert sind, die wir aber nicht selbst ausprobiert haben. Auch da kontrolliere ich aber nach und letztlich bin ich damit dann gar nicht so viel schneller, als wenn ich es gleich selbst mache. Gerade im Reisebereich sind die KI-Infos meiner Erfahrung nach auch oft fehlerhaft. Paris mag gut funktionieren, aber ich habe mir mal einen Gliederungsvorschlag für einen Erfahrungsbericht aus Tartu, Estland erstellen lassen. Von den 7 Sehenswürdigkeiten, die ich beschreiben sollte, standen 2 in Tallinn und eine war komplett ausgedacht…
Vielleicht ist Tartu so abgelegen, dass es noch nicht bei der KI angekommen ist? 😉
Aber ja, für solche Detailinformationen ist die KI noch nicht gemacht.
Um auf deine Frage zu antworten: Ich habe den Text mit der kostenlosen Variante von ChatGPT erstellen lassen.
Am Ende ist ChatGPT ein Sprachmodell und ein Werkzeug, das die Arbeit an manchen Stellen erleichtern kann.
Liebe Grüße, Lisa
Ich sage immer: Wieso soll ich mir die Mühe machen, einen Text zu lesen, den zu schreiben sich der Autor oder die Autorin nicht einmal die Mühe gemacht hat? Wer für die Texterstellung KI nutzt und es sogar offen zugibt, wertet meiner Meinung nach den Blog massiv ab. Andere Anwendungen finde ich weniger tragisch, aber auch nicht wirklich prickelnd.
Das Problem ist dabei nicht einmal primär, dass die Texte schlecht wären. Tatsächlich ist mir in den ersten drei Absätzen nicht aufgefallen, dass es KI generiert war. (Danach habe ich aufgehört zu lesen, weil mit dem Hinweis, dass es KI ist, der Sinn der weiteren Lektüre verschwunden ist…)
Nein, das Problem ist etwas komplett anderes. KI funktioniert einigermassen gut bei Allerweltsthemen. Also Sachen, die bereits fünfhundert Mal im Internet genauso stehen. Sobald es aber spezielle Themen sind, versagt KI massiv. Da kann ich Lenas Erfahrungen absolut bestätigen. Für mein neues Buch versuche ich zb immer wieder sehr spezifische Orte zu speziellen Nischenthemen zu finden. Etwa Orte, die für die frühe Industrialisierung in der Schweiz wichtig sind. Das Resultat ist eigentlich immer das gleiche: Mir werden Orte genannt, die es entweder nicht gibt oder den Anforderungen nicht entsprechen.
Das heisst in der Konsequenz: Entweder sind KI genererierte Inhalte tendenziell entweder falsch oder dermassen generisch, dass sich das Lesen schlicht nicht lohnt. Daher finde ich die Idee mit einem No-Ki-Siegel tatsächlich attraktiv. Es müsste halt einfach klar sein, was damit alles gemeint ist.
Hallo Oli,
vielen Dank für deinen sehr ausführlichen und ehrlichen Kommentar.
Du greifst dabei einen Aspekt auf, der mich schon den ganzen Tag zum Nachdenken gebracht hat: Die Beziehung zwischen Leser/in und Blogger/in bzw. die Erwartung.
Warum lesen die Leute Blogs? Doch in erster Linie, um unterhalten zu werden und/oder Informationen daraus zu ziehen.
Im Umkehrschluss heißt das doch, dass unsere Texte glaubwürdig und lesenswert sein müssen.
Was wäre, wenn KI in ein paar Jahren in der Lage wäre das zu leisten? Wäre dann das Versprechen, dass wir Blogger den Leserinnen und Lesern geben, nicht erfüllt?
Wahnsinnig spannende Fragen.
Aktuell sollte man zwischen der Recherche und der Texterstellung mit KI differenzieren. Auf beiden Gebieten hat sie je nach Tool ihre Stärken und Schwächen.
Mit meinem Experiment (unabhängig davon, dass das der einzige KI erstellte Text auf meinem Blog ist), habe ich bewiesen, dass KI generierte Texte weder in ihrer Gesamtheit generisch klingen müssen, noch fehlerhaft sind, wenn wir das Tool mit Informationen versorgen.
Liebe Grüße, Lisa
Hallo Lisa
Hut ab, wenn du diesen Text tatsächlich mit KI geschrieben hast. Beim Überfliegen bin ich jedenfalls nicht über die üblichen Marketingfloskeln gestolpert, die ChatGPT sonst so gern produziert.
Ich habe mich in meinem Jahresrückblick ebenfalls mit dem Thema KI beschäftigt. Was mich im Moment eher nachdenklich stimmt, ist die wachsende Flut an Texten, weil alles plötzlich so viel schneller geht.
Deine Einschätzung teile ich aber sehr. Als Werkzeug zum Strukturieren, für Brainstorming oder bei der Recherche kann KI durchaus hilfreich sein. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass gerade bei Reiseblogs die eigene Stimme und eine klare Haltung künftig noch wichtiger werden.
Liebe Grüsse
Susan
Hallo Susan,
wie viel schneller es geht, hat mich tatsächlich auch überrascht.
Während ich in einen normalen Blogartikel um die drei Stunden Zeit investiere, ließ sich dieser hier in weniger als einer Stunde erstellen.
Liebe Grüße, Lisa
Es ist wirklich erschreckend, was die KI mittlerweile kann. Leider ist es aber genauso erschreckend, wie viele KI-Texte das Internet überfluten.
Es bleibt spannend, wie sich das ganze in Zukunft weiter gestalten wird.
Viele Grüße
Annette
Hallo Annette.
Ja, ich sehe der Zukunft auch zwiegespalten entgegen. Erst einmal geht die Entwicklung so rasend schnell, dass jeder, der nicht komplett im Thema steht, schnell den Überblick verlieren kann. Zum anderen ist dadurch noch nicht absehbar, wie unsere Arbeit in eine paar Jahren aussehen wird.
Ich versuche mich so wenig wie möglich davon verrückt machen zu lassen.
Und für heute bin ich beruhigt, dass die KI es noch nicht ganz schafft, meine Stimme zu imitieren.
Liebe Grüße, Lisa
Liebe Lisa,
das ist ja wirklich ein spannendes Experiment. Ich mag deine persönlichen Texte lieber und ohne Witz – an den Bildunterschriften hing meine Aufmerksamkeit.
Ich schreibe ohne KI und hatte auch noch nie das Bedürfnis, das ändern zu wollen. Für mich wäre also der Button durchaus interessant. Ich bin gespannt, wie du dich zukünftig entscheidest!
Liebe Nora,
danke dir. Ich mag meine selbstgeschriebenen Texte auch viel lieber. Da erinnere ich mich beim Lesen wieder daran, wie viel Spaß ich beim Schreiben hatte.
Von daher stammen ab sofort alle Texte wieder von mir.
Wobei ich nicht komplett ausschließen möchte, dass ich vielleicht irgendwann ein weiteres KI-Experiment durchführen werde.
In mir steckt eben manchmal auch eine kleine Forscherin. 😉
Liebe Grüße, Lisa
Hi,
also erst einmal: Hut ab, was für ein qualitativ guter und gut lesbarer Text dir die KI da ausgegeben hat! Aber du hast vollkommen recht, als Reisebloggerin dem Ganzen mit Respekt und Vorsicht zu begegnen.
Das rate ich meinen Teilnehmenden (Unternehmen & Solopreneure) auch: KI bewusst als Tool einsetzen, Zeit sparen, sich Ideen geben lassen, vielleicht auch noch Formulierungsvorschläge …, aber alles mit klaren Grenzen.
Wie du es beim Reisen erlebst, kenne ich das aus vielen anderen Branchen: KI kann nicht empathisch mitfühlen. So eine Reise ist eben mehr wie nur Tourenvorschläge, Highlights, Sehenswürdigkeiten. Ich als Leserin lese am liebsten Reiseblogs, wenn die Bloggerin selbst ein paar individuelle Erlebnisse mitteilt. Und DAS kriegt halt keine KI in (auch nicht die besten).
Also, bitte weiter per Hand (und Hirn) bloggen!! 🙂
Liebe Grüße
Manuela
Auf jeden Fall! Und mit ganz viel Freude und Spaß an der Sache. 🙂
Vielen Dank für deine Einblicke aus der Unternehmer-Sicht. Ich kann mir vorstellen, dass dort die Verlockung groß ist, schnell einen vermeintlich perfekten Text mit KI erstellen zu lassen.
Liebe Grüße, Lisa
Liebe Lisa,
ehrlich gesagt erschreckt es mich ein bisschen, dass ich den Text nicht sofort als KI‑generiert erkannt hätte. (Ich war schon neugierig darauf, als ich dein Teasing auf Intagram entdeckt hatte) Genau das macht mir im Blogging‑Kontext (aber auch bei Medien wie Zeitschriften etc.) manchmal Sorgen. Ich möchte echte Eindrücke lesen, Situationen, die jemand nur erlebt, wenn er wirklich unterwegs war oder seine Nase in ein Buch vergraben hat. Deine Beispiele aus Paris oder die Sache mit dem verlorenen Kuscheltier zeigen sehr gut, warum persönliche Erfahrungen unersetzbar sind. Genau solche Momente machen für mich einen Reiseblog wertvoll.
Auf meinem Buchblog nutze ich KI auch nur für Rechtschreibung oder um mal einen Satz umzubauen, aber die eigentliche Stimme entsteht eben durch das, was ich selbst erlebt, gelesen und gefühlt habe.
Dein Beitrag zeigt sehr klar, wo KI unterstützen kann und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Liebe Grüße
Mo
Selbst wenn ich mal auf ChatGPT oder Gemini zurückgreife, steckt immer noch unheimlich viel ICH in meinen Texten, denn die KI schafft es (noch) nicht, so zu klingen, wie ich es gern möchte! Deshalb nutze ich sie auch hauptsächlich, um ’nochmal einen Blick auf den Text zu werfen‘ und unnötige Wiederholungen zu kennzeichnen oder mir bei Formulierungen zu helfen, bei denen ich sonst zu lange überlegen würde. Auch für meine ABC-Reihe lasse ich mir gern lustige Fotos erstellen – schließlich hat man nicht immer das perfekte Bild parat! Aber die Ideen, der Ton und die Anpassungen stammen immer von mir: Ich übernehme einige Vorschläge, forme sie um und gebe meinen Texten damit die Persönlichkeit, die nur ich einbringen kann. KI ist mittlerweile mein kleiner Helfer, aber nicht der Autor – das bleibe definitiv ich!
Liebe Grüße
Jana
Ja, ungefähr so handhabe ich das auch bei meinen Texten hier auf dem Blog.
Oftmals kommen mir dann durch die Vorschläge der KI auch noch einmal weitere eigene Ideen.
Ich freue mich schon auf deine kleinen Freuden mit D. 🙂
Liee Grüße, Lisa